Bee Gees | Biografie

The Bee Gees

Ihre Songs auf dem Soundtrack des Tanzfilms “Saturday Night Fever” machten die Bee Gees zu Superstars der Disco-Ära. Von heute aus betrachtet war das eines von vielen Kapiteln ihrer Karriere, die 1958 in Australien begann. Mit makellosem Songwriting und perfekten Gesangsharmonien surften Robin, Maurice und Barry Gibb eine Pop-Welle nach der anderen.
Geboren in England und aufgewachsen in Australien, standen die Brüder schon im Grundschulalter auf der Bühne. Als Teenies traten sie im australischen Regionalfernsehen auf. Sie gingen mit den Trends der Zeit: von Skiffle über Blues zum Rock´n Roll und weiter zur Beatmusik. Schon in den 1960er-Jahren erreichten sie in England und den USA die Charts. Neben den Beatles, Stones und Kinks galten sie als führende Psychedelic-Band, etwa auf ihrem Song-Klassiker “Spicks and Specks” von 1966. Der Song atmet die Inbrunst Otis Reddings, den Witz der Kinks und die Melancholie Janis Joplins. Musikalisch und gesanglich fantastisch, hatten die Gibbs das Image der Wunsch-Schwiegersöhne und wurden damit – anders als die Beatles und Stones – zu großen Medienlieblingen, dann bald allerdings fielen sie in Ungnade und mussten sich zum Ende der 1960er neu erfinden.
Mit einem unverkennbaren, dreistimmigen Falsett-Gesang stürmten sie 1976 die Festung der Popkultur, und nichts konnte die Bee Gees mehr aufhalten. Parallel mit Abba (“Dancing Queen”), pflügten die Gebrüder Gibb die Poplandschaft um, wurden Sex-Symbole, stellten Weichen, die Dekaden danach Michael Jackson, Prince und Justin Timberlake nehmen sollten. Die Singles “You Should Be Dancing” und “Stayin Alive”, “Night Fever” und “How Deep Is Your Love” eroberten weltweit, oft gleichzeitig und insbesondere in Deutschland die Hitparade. 1978 war das Jahr der Bee Gees-Manie, die Fallhöhe immens!
Zum Beginn der 1980er waren sie wieder aus dem Rampenlicht verschwunden. Normal bei Künstlern ihres Kalibers, auch Elton John und Paul McCartney mussten im Laufe ihrer langen Karrieren innehalten. Immer wieder wurden die Gibbs dann in diesen Pausen von der Bühne als Songschreiber und Produzenten aktiv, etwa für Barbra Streisand, Dionne Warwick und später für Celine Dion, was sie neben Helden auch zu Architekten der Popgeschichte gemacht hat. 1987 brachten sie, gut getimt, im Spannungsfeld von Rick Astley, Peter Gabriel und Madonna wieder eine eigene Single, das britsoulige “You Win Again” zurück in die Charts.
Sie haben ein gutes Dutzend Grammys und Brit-Awards gewonnen. 1997 zogen sie in die Rock and Roll Hall of Fame ein. Bis heute haben die Bee Gees über 200 Millionen Alben verkauft, was sie auf Augenhöhe mit Elvis, den Beatles, Stones und den Beach Boys (diese andere Band, die im Kern aus drei Brüdern bestand) bringt. Barry Gibb (71), der letzte noch lebende Bee Gee, trat 2017 gemeinsam mit Coldplay beim britischen Glastonbury Festival auf. Im Zuge der traditionellen Neujahrsehrungen erhob Königin Elizabeth II ihn in den Ritterstand. Die Legende der Bee Gees lebt weiter auf DVD und Blu-ray, mit ihrem im Februar 2018 erscheinenden (1989 gedrehten) Konzertfilm The Bee Gees — One For All Tour: Live in Australia.