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Verloren in der Wüste — Chapter I-II von City Of The Sun

City Of The Sun
© Josh Cheuse
21.02.2020
Ja, was ist das eigentlich? Folk? Flamenco? Blues? Indie-Rock? Gypsy-Jazz? Das Trio City of the Sun bringt all diese Stilrichtungen in seinen Instrumentalstücken unter einen Hut. Mit “Chapter I-V” begeben sich die Amerikaner auf eine spirituelle Reise, dabei vertrauen sie auf ihre Intuition, ihr Improvisationstalent und ihren Teamgeist. Mit sphärischen Klängen erzählen sie die Geschichte eines Menschen, der sich in der Wüste verirrt hat. Er halluziniert, er sehnt sich an schönere Orte. Die beiden Gitarristen John Pita und Avi Snow sowie der Perkussionist Zach Para leuchten mit ihren Instrumenten seine Gefühlszustände aus – mit dem Wissen, dass Musik am Ende alle Wunden heilt.
"Auf der einen Seite sind unsere Songs nostalgisch", sagt John Pita. “Andererseits geben sie den Hörern Hoffnung.” Warum? Weil die Soundlandschaften warm und weich sind. Zärtlich hüllen sie jeden ein, selbst bei dezenter Zimmerlautstärke ziehen sie einen völlig in ihren Bann. Im Track “La Luz” treffen spanische Rhythmen auf psychedelische Experimente. “Manchmal bin ich die ganze Nacht wach – bis zum Morgengrauen”, erzählt John Pita. “Diese Erfahrung spiegelt sich in diesem Lied wider.”
"Spaghetti" knüpft erwartungsgemäß an den Spaghetti-Western an. Die Perkussion treibt die Gitarre an. Sergio-Leone-Fans kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. “The last Day” erzielt mit Fusion seine Wirkung. “Everything everywhere” verströmt Optimismus. All das liefert den Beweis dafür, dass diese Musik keine Worte braucht. “Unsere Stücke sind offen für eigene Interpretationen”, bringt es Avi Snow auf den Punkt. “Sie sollen die Hörer nach Möglichkeit euphorisieren. Vielleicht können sie ihr Leben etwas schöner machen.” Zach Para wiederum wünscht sich, die Fans mögen “Trost und Klarheit” in den einschmeichelnden Kompositionen finden.
Der Perkussionist aus Seattle studierte am Boston Conservatory, bevor er nach New York zog. Dort lernte er bei einer Jam-Session Avi Snow kennen, der bis zu seinem 14. Lebensjahr in Israel lebte und dann in die USA ging. Der Gitarrist machte gemeinsam mit John Pita – geboren in den Vereinigten Staaten, aufgewachsen in Ecuador – Straßenmusik. Das bedeutete: kritische Blicke, Platzverbote. Doch die beiden ließen sich nicht entmutigen, im Gegenteil. Sie rekrutierten 2011 Zach Para, mit dem sie ihre Leidenschaft für Pink Floyd, Santana, Led Zeppelin, Ben Howard oder Coldplay teilten, für ihre Auftritte. Im Sommer spielten sie fast täglich irgendwo mitten in New York. Sie hinterließen begeisterte Menschenansammlungen. Die Leute, die City of the Sun auf der Straße gesehen hatten, kamen auch zu ihren meist ausverkauften Clubkonzerten.
Das Trio wurde für Festivals gebucht, es tourte mit G. Love, Peter Bjorn and John oder Thievery Corporation. 2016 erschien das Live-Album “To the Sun and all the Cities” – inklusive des Spotify-Hits “Everything”, der 17 Millionen Mal gestreamt wurde. Noch mehr Popularität gewann “Perfect Instance”, veröffentlicht 2017 auf einer EP, mit seinen 22 Millionen Streams. Damit war der Grundstein für den nächsten Karriereschritt gelegt. City of the Sun gingen Anfang 2019 mit dem Produzenten Damien Taylor ins Studio. Er hatte sich dank seiner Zusammenarbeit mit Björk, Arcade Fire, The Killers und Robyn in der Musikbranche einen Namen gemacht, dann verpasste er den “Chapter I-V”-Stücken den Feinschliff. “Chapter I-II” gibt es nun auf Vinyl. Weitere digitale Singles werden folgen, bis schließlich “Chapter III-IV” auf Vinyl herausgebracht wird.

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