Frank Briegmann diskutiert Erwartungen der Musikwirtschaft an die Europäische Politik auf DLD Europe Konferenz in Brüssel

Frank Briegmann diskutiert Erwartungen der Musikwirtschaft an die Europäische Politik auf DLD Europe Konferenz in Brüssel

Berlin/Brüssel, 05.09.2016 – Frank Briegmann, President & CEO Central Europe UNIVERSAL MUSIC und Deutsche Grammophon, sprach heute auf der DLD Europe Konferenz vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft mit Dominik Wichmann, Editor-in-Chief & Managing Director DLD Media, über die Erwartungen der Musikwirtschaft an die Europäische Politik. Den Kontext bildete ein Gespräch über den generellen Stand der Digitalisierung des Musikgeschäfts sowie die Bedeutung der aktuellen Erfolge im Streaming-Bereich.

Zu den weiteren Gästen, die in der Bayerischen Landesvertretung in Brüssel zusammenkamen, gehörten neben ausgewählten Wirtschaftsvertretern auch mehrere Mitglieder des Europäischen Parlaments sowie der EU–Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft Günther Oettinger.

Frank Briegmann unterstrich die Bedeutung der Musikwirtschaft für die kulturelle Identität und die ökonomische Entwicklung Europas. Er erklärte, warum die Musikindustrie heute die führende Medienbranche bei der Implementierung innovativer Technologien und Businessmodelle sei. Dabei beschrieb er das komplexe Management tausender digitaler Kommunikations- und Distributionskanäle als einen wichtigen Baustein der Partnerschaft zwischen Künstlern und Labels.

Vor diesem Hintergrund fragte Dominik Wichmann nach dem „Format der Zukunft“. Frank Briegmann antwortete: „Die Zukunft gehört nicht einem Format, sondern der Vielfalt an Formaten – CDs, Downloads und Streaming inklusive.“

Frank Briegmann machte im Laufe des Gesprächs deutlich, dass die größten Herausforderungen aktuell neben der weiteren digitalen Transformation selbst vor allem in ihrem legislativen Rahmen lägen. Der sogenannte Value Gap, d.h. die nicht ausreichende Beteiligung von Künstlern und Rechteinhabern an den Erlösen werbefinanzierter Plattformen, würde durch veraltete Regelungen des Urheberrechts überhaupt erst ermöglicht. Die Investitionen der Musikwirtschaft von weltweit über vier Milliarden US–Dollar jährlich in Künstler und deren Entwicklung müsse durch angemessene Erlös-Beteiligungen refinanzierbar sein, um auch zukünftig ein funktionierendes und vielfältiges Ökosystem für Kreative zu erhalten.

Die EU–Initiative „European Digital Single Market“ und die damit potentiell einhergehende Harmonisierung des europäischen Urheberrechts sieht Frank Briegmann als große Chance, in puncto Value Gap für einen fairen Ausgleich der Verhandlungspositionen zu sorgen. Er regte außerdem an, das u.a. von YouTube praktizierte „Notice and Takedown“ Verfahren, das die Löschung unlizenzierter Inhalte auf jeweils einzelne Nachfrage vorsieht, durch ein „Notice and Staydown“ Verfahren zu ersetzen, wodurch auch zukünftige Uploads durch einmalige Nachricht erfasst würden.

Seht hier einen aktuellen Link zur DLD Conference:
https://twitter.com/dldconference?lang=de

 
Personen auf dem Foto v.l.n.r.:
Burda Rechtsvorstand Andreas Rittstieg
Cherno Jobatey, Huffington Post
Guenther Oettinger, EU–Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft
Frank Briegmann, President & CEO Universal Music Central Europe und Deutsche Grammophon
Beate Merk, Bayerische Staatsministerin
Steffi Czerny, DLD Gründerin
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