Crucchi Gang | Biografie

Crucchi Gang – “Crucchi Gang” – 2020

 

Album: „Crucchi Gang“

VÖ.: 25.09.2020

 
Benvenuti alI’Italia, Amore e Musica – Musik, die unsere große Liebe zu Italien feiert und nach Sommer, Disco, Eis und, ja!, Europa klingt.
 
Geboren wurde die Idee in Berlin, irgendwann nach dem Besuch eines Bob-Dylan-Konzerts, beim gemeinsamen Biertrinken von Charlotte Goltermann, Sven Regener und Francesco Wilking:
Deutschsprachige Musiker und Musikerinnen singen (meistens) ihre eigenen Songs auf Italienisch und daraus wird eine Platte!
 
Und hier ist sie nun. Willkommen bei der „Crucchi Gang“!
 
Die Crucchi Gang sind alle Beteiligten, die „Crucchis“ eben,
eigentlich eine abwertende Bezeichnung für die Deutschen, die hier gekapert und positiv angeeignet wird. Die drei Initiatoren Francesco Wilking, Patrick Reising und Charlotte Goltermann gehören dazu und natürlich viele befreundete Künstler, die einige ihrer schönsten Lieder beigesteuert haben:
Von Wegen Lisbeth, Sophie Hunger, Bilderbuch, Sven Regener, Steiner & Madlaina, Faber, Clueso, Isolation Berlin, Françoise Cactus und Thees Uhlmann.
 
Die Crucchi Gang will mit dieser Platte einen musikalischen Alpenpass eröffnen, eine direkte Verbindung ans Mittelmeer. Hier wird gehuldigt, dass es kracht, einer Sprache, einem Land, einer Kultur! Es geht um „Musik kennt keine Grenzen“ und „Europa ist kein Quatsch“. Es geht um Liebe und Stil und darum, ein paar von den schönen, deutschen Bildern in die italienische Sprache zu transportieren.
 
Francesco Wilking (Die höchste Eisenbahn, Tele) hat fast alle Lieder übersetzt und dabei viele Probleme und großen Spaß gehabt, immer wissend, dass man in Italien sagt, der traduttore (Übersetzer) sei immer auch ein traditore (Verräter).
Die Crucchi Gang eint, dass sie Italien liebt, die harte Realität genauso wie auch das kitschige Klischee. Sie  möchte ein Stückchen von dem zurückgeben, was ihre Leute oft als Kinder schon im Bagno an der Adria, an den steinigen Stränden Liguriens, im Schilf des Gardasees, in den Wäldern der Toscana oder wo auch immer kennengelernt und bestaunt haben: Wildheit, Freiheit, Romantik, Wärme, Schönheit, Eis, Pizza und das Dolce Far Niente. Nicht umsonst heißt die Autobahn, die durch ganz Italien führt, „Strada del Sole“.
 
Die Idee zu diesem Projekt gibt es schon sehr lange, sie geht zurück bis in das Jahr 2007.
Charlotte Goltermann war damals die Musikberaterin für einen Film von Leander Haußmann und James Last der Komponist. Er schrieb ein Leitmotiv und das wurde dann von ihm immer wieder variiert, neu arrangiert und mit verschiedenen Sounds versehen. Das war wunderbar old school und fröhlichmachend und bezauberte alle, die damit zu tun hatten.
Der Film hieß „Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können“. Leander wollte dann unbedingt noch einen italienischen Hit, der während einer Verfolgungsjagd über die Avus auf Radio Teddy laufen sollte.
 
Alle italienischen Hits, die Charlotte einfielen, waren fernab des Musikbudgets, das Meiste davon hatte schon James Last verbraucht. Sie kannte keinen italienischen Musiker persönlich außer Francesco Wilking, der zumindest Halbitaliener ist und der damals der Sänger von Tele war, einer Band, die nicht umsonst einen Hit namens „Mario“ hatte.
Charlotte fragte also Francesco, ob er nicht einen italienischen Schlager zur Melodie von James Last schreiben könne, und gefühlte fünf Minuten später war das Lied auf dem Tisch. Es war so toll, dass James Last sie auf der Premiere des Films dringend darum bat, ihm Francesco vorzustellen. Dem schüttelte er lange die Hand, gratulierte ihm und versicherte ihm in seiner liebevollen, großzügigen James-Last-Art, dass eine große Karriere vor ihm läge. Dann gab es Champagner für alle und Charlotte und Francesco können sich nicht mehr richtig erinnern, aber von der großen italienischen Karriere und diesem Lied haben sie noch oft gesprochen, wenn es mal wieder irgendwo ordentlich was zu trinken gab. Und das haben wir nun davon: „Crucchi Gang“!
 
Wir wünschen viel Vergnügen!
 
 
 
Tracklisting:
 
  1. Crucchi Gang, Von Wegen Lisbeth – Al mio locale
  2. Crucchi Gang, Steiner & Madlaina – La dolce vita
  3. Crucchi Gang, Francesco Wilking – Il mio bungalow
  4. Crucchi Gang, Isolation Berlin – Tutto grigio
  5. Crucchi Gang, Sven Regener – Carta bianca
  6. Crucchi Gang, Faber – Vieni qui
  7. Crucchi Gang, Françoise Cactus – La La La io non ti amo non mi ami aha aha aha
  8. Crucchi Gang, Clueso – Ballare
  9. Crucchi Gang, Thees Uhlmann – La ragazza della cassa no 2
  10. Crucchi Gang, Sophie Hunger – Valzer per nessuno
 
Produzent der Platte ist Patrick Reising (Tele, Dota), der auch die Keyboards spielte. Mit Unterstützung von Alex Binder (Tapes, Moritz Krämer) am Bass, Christoph Bernewitz (Tele, Cäthe, Clueso) an der Gitarre und Jan Burkamp (Jazzanova, Micatone) an den Drums bastelte er einen Sound zwischen Nino Rota, Ennio Morricone, Gianna Nanini und Paolo Conte. Die Streicher spielten die Berlin Strings (Luisa Babarro und Johanna Wundling), die Bläser die Bern Horns (Lukas Thöni, Nina Thöni, Benedikt Reising). Aufgenommen wurde im Mila Studio Berlin.
Lektoriert hat die italienische Familie: Lucia Monti, Mario Leonori, Barbara Bossan, Stefano Caielli, Alessandro Borgomainerio
 
 
Zitate der Crucchi Gang:
 
Steiner & Madlaina: „Italien, das ehemalige Epizentrum von Kultur mit der Schönheit und dem Tiefgang eines Fellini-Films, mit seiner beliebten kulinarischen Kultur, mit seinem Zugang zum Mittelmeer, ist lange schon DIE Feriendestination für Schweizer wie Deutsche. Ein Ort der Sehnsucht und der Träume. Für mich ist dieses Projekt der Crucchi Gang ein Liebesbeweis: Mit Hilfe der Musik Gemeinsamkeiten und nicht Unterschiede festzuhalten. Für einen kurzen Moment den Sehnsüchten beider Seiten freien Lauf zu lassen.“
Sven Regener: „Italien, Land der deutschen Sehnsucht. Wir lieben sie, sie lieben uns nicht. Wir hören ihre Popmusik, sie nicht die unsere. Wir fahren zu ihnen in den Urlaub, sie nicht zu uns. Woran liegt’s? Es ist, wie so oft in der Liebe: sehr rätselhaft, aber irgendwie auch schön.“
 
Isolation Berlin: „Es war schon lange ein Traum, unsere Lieder in anderen Sprachen zu singen. Deshalb musste ich nicht lange überlegen, als die Anfrage kam. Und dann noch italienisch!
“La pazzia mi riscalda. Viene il diavolo e mi prende in braccio”. Einfach herrlich.“
 
Thees Uhlmann: „Der Norddeutsche hat mit dem Süditaliener ja nichts zu tun. Wir freuen uns, wenn über Nacht die Deiche halten und der Süditaliener freut sich, wenn wir nicht singen. 
Die haben das Schlagerfestival in San Remo und wir am Kalkberg von Bad Segeberg. 
Aber in „Mädchen von Kasse 2“ konnte man doch immer schon die Vespas hören und das Stracciatella-Eis schmecken. Das muss man doch probieren! Alles andere ist uneuropäisch! Das darf sich ruhig komisch anhören, denn es kommt von unseren Herzen!“
 
Francesco Wilking: „Italien ist das Land meiner Mama, auf Italienisch mit zwei M. Und ja es stimmt: Italiener singen, wenn sie das Wort sagen und benutzen ihre Hände, um unbewusst die Bedeutung zu unterstreichen, aber natürlich nicht so lächerlich wie der zwangsverpflichtete Südländer in der 90er Kaffee-Werbung. Ich finde diese Crucchi Gang-Sache super, vor allem jetzt, wo sich die Länder in Europa so wenig zu sagen haben. Da ist jede Brücke wichtig, warum nicht auch Lieder, die man in einer fremden Sprache singt. Und klar gibt es mehr als Pizza und Vivaldi zu entdecken da unten, genauso wie Deutschland nicht nur das Grundgesetz und die Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft ist.“
 
Von Wegen Lisbeth: „Für eine auf Deutsch singende Kartoffelband wie uns, für die ein Konzert im österreichischem Bad Kleinkirchheim schon mit Abstand das Höchste der internationalen Gefühle ist, war es ein Traum, endlich mal ein Lied in einer anderen Sprache singen zu dürfen. Und da eine der tollsten Sachen an Italien ja wohl definitiv die kulinarischen Genüsse sind, und das Wort kulinarische Genüsse schon per Definition auch das Wort Getränke mit einschließt, und man die tollsten Getränke ja wohl definitiv in der Kneipe bekommt, hat das mit dem Song irgendwie direkt Sinn gemacht.“
 
Bilderbuch: "Bis dato bestes Bilderbuch Cover – wahrscheinlich weil es einfach gar keines ist. Ci piace molto.“
Françoise Cactus: „Italienisch ist die schönste Sprache für Lieder! Bis jetzt hatte ich nur Furore von Adriano Celentano gesungen. Eine tolle Idee, Dadada auf Italienisch zu singen, oder?“
Faber: „Vivaldi“ hätte nahe gelegen, der Ruf der Ferne in meinem Fall aber noch näher. „Komm her“ auf Italienisch, sind mindestens zwei große Lieben vereint. „Vieni qui“ – Werbeslogan des Landes der Sehnsucht.“
Clueso: “Da ich in der Originalversion von „Tanzen“ eh schon vom Kolosseum und dem Tiber singe, war es nur logisch, das noch mal auf Italienisch zu machen, versehen mit einer zarten Prise Erfurter Leidenschaft, Sonne und etwas Strandpromenade.”
Sophie Hunger: „Ziel: Nicht sterben bevor auf Italienisch gesungen! Danke an die Crew für den finalen Segen. Amore!“