Dreamboys The Band | Biografie

Biografie 2026

Dreamboys The Band 

 
Dreamboys The Band sind keine Band, die am Reißbrett entstanden ist. Eher eine, die sich gefunden hat – zwischen Hotelzimmern, Instagram-DMs, Wohnzimmer-Sessions und dem leisen Gefühl, dass da plötzlich etwas passiert, das größer ist als die Summe seiner Teile.
Vier Songwriterinnen, alle in ihren Zwanzigern, alle mit eigener musikalischer Vorgeschichte – und doch mit erstaunlich ähnlichen Fragen im Gepäck: Wie verbindet man sich wirklich in einer Branche, die oft mehr scrollt als zuhört? Wie entsteht Gemeinschaft jenseits von Algorithmen? Und was passiert, wenn man aufhört, alles alleine tragen zu wollen?
Die Antwort auf all das sitzt heute als Band auf der Couch – und heißt Dreamboys The Band.
Philippa Kinsky (aufgewachsen in Oberbayern, zu 50 Prozent Österreicherin), Jo The Man The Music (aus der Steiermark), VILLFORTH (gebürtig aus Köln, lebt seit Kindertagen in Berlin) und Nina Caroline (aus Frankfurt am Main, musikalisch geprägt durch ein Songwriting-Studium in England) bringen unterschiedliche Biografien mit, aber eine gemeinsame Sprache: internationalen Indie-Pop, gesungen auf Englisch, getragen von starken Harmonien, organischen Arrangements und einer klaren Pop-Sensibilität. Berlin ist ihr aktueller Lebensmittelpunkt – und der Ort, an dem sich ihre Wege schließlich kreuzten.
Der Anfang war alles andere als strategisch. Villy spielte im vergangenen Winter eine Supporttour, als ihr Gitarrist kurzfristig ausfiel. Jo, mit der sie bis dahin vor allem digital connected war, sprang spontan ein. Eine Woche auf engstem Raum, Abende auf Hotelbetten, Gespräche bis tief in die Nacht – und das Gefühl, sich nach wenigen Tagen näher zu sein als nach Jahren. Parallel dazu fanden auch Nina und Philippa zueinander: Nach längerer Instagram-Bekanntschaft trafen sie sich im Sommer erstmals in Berlin zu einer Session, die mehr Gespräch als Schreiben war – fünf Stunden Gitarre, Austausch, erste gemeinsame Songs. Aus diesen Begegnungen heraus entstand die Idee zu einem offenen Songwriting-Circle für FLINTA*-Personen. Jo wollte einen realen Raum schaffen für Austausch, Verletzlichkeit und ehrliche Gespräche über das Musikmachen – jenseits von Selbstvermarktung und Oberflächen.
Der Abend, an dem 20 Menschen in ihrer Wohnung zusammenkamen, war bereichernd, überraschend offen und emotional. Erfahrungen wurden geteilt, Songs vorgespielt und die eigenen Struggles mit den Strukturen der Branche thematisiert. Und eine Woche später saßen vier Musikerinnen zusammen auf einer Couch und sangen „Dreams“ von Fleetwood Mac. Ein Moment ohne Anspruch, aber mit Wirkung: Das Video ging viral, die Chemie war offensichtlich – und aus einer Jam-Session wurde ein Anfang. Oder wie sie selbst sagen würden: Der Rest ist Geschichte.
Dass der Bandname aus einem Witz heraus entstanden ist, passt ins Bild. „Dreamboys“ war zunächst nur der Name einer WhatsApp-Gruppe – ein augenzwinkernder Bruch mit Erwartungshaltungen, ein spielerisches Umdrehen von Rollenbildern. „Wir sind die coolen Boys. We are your dream boys“, sagen sie und meinen das gleichzeitig ironisch und selbstbewusst. Aus Spaß wurde Ernst, aus einem internen Gag ein Statement. Heute steht der Name für vier Musikerinnen, die sich nicht als Projektionsfläche verstehen wollen, sondern als eigenbestimmte Band mit Haltung.
Musikalisch treffen bei Dreamboys The Band vier individuelle Handschriften aufeinander. Alle haben zuvor mehrere Jahre solo oder im Indie-Kontext geschrieben, alle bringen eigene Einflüsse mit: von Haim über boygenius und Tommy Lefroy bis zu The Beatles. Genau darin liegt die Stärke. Der gemeinsame Nenner ist schnell gefunden, die Reibung ausdrücklich erwünscht. Pop trifft Indie, Zeitgeist auf Nostalgie. „Wir mögen zeitlose Songs“, sagen sie. „Tracks, die existieren können, wann sie wollen, aber immer die gleichen starken Emotionen auslösen.“ 
Wie ernst es ihnen damit ist, zeigte sich schon früh. Im Sommer reisten sie gemeinsam zu einem Songwriting-Camp nach Frankreich – zumindest theoretisch. In der Praxis strandeten sie jedoch erst am Münchner Flughafen, verbrachten die Nacht zwischen geschlossenen Gates und Koffern im Flugzeug und standen am nächsten Morgen stundenlang in Schlangen. „Mystischer Gegenwind“, nennt Philippa das heute. Und doch: Sie kamen an. Und sie schrieben. Das erste Mal zu viert. Unter diesen Umständen entstand „Jeanie“ – der dritte Song, den sie je gemeinsam geschrieben haben, nur drei Tage nach dem allerersten.
Produziert von den Berliner Erfolgsproduzenten TRUVA, erzählt „Jeanie“ von Selbstzweifeln, Erwartungsdruck und dem Moment, in dem man erkennt, dass man niemandem mehr etwas beweisen muss. „Wir alle sind Jeanie“, sagt Villy. Der Druck von außen, der innere Anspruch, das permanente Vergleichen – all das fließt in den Song ein, ohne dass er dabei an Leichtigkeit verliert. Stattdessen bleibt ein empowernder Kern: Don’t you know you got it all / You don’t have to please ’em all / We got nothing to prove.
Dass Dreamboys The Band auf Englisch singen, war nie eine offene Frage. Alle vier schreiben seit jeher in dieser Sprache, fühlen sich darin freier, präziser, emotionaler. Englisch ist für sie Popkultursprache, Werkzeug und Zuhause zugleich. Oder um auf Jos Punkt zurückzukommen: „Damit ein internationaler Klassiker entsteht, muss er auf Englisch sein.“
Im Dezember veröffentlichten sie – noch unter ihren vier Künstlernamen – ihre erste gemeinsame Single: ein Cover von „Dreams“. Ende Januar folgt der nächste Schritt: Mit dem offiziellen Bandnamen-Reveal erscheint ihre erste eigene Single „Jeanie“, inklusive Musikvideo. Der Song ist zugleich ihr Beitrag für den ESC-Vorentscheid 2026 – die Teilnahme ist bereits bestätigt. Ein mutiger Schritt für eine Band, die sich bewusst Zeit geben will und trotzdem keine Angst vor großen Bühnen hat.
Was sie erreichen wollen? Gute Musik. Leichtigkeit, ohne schwierige Zeiten auszublenden. Songs, die ernst nehmen, ohne zu beschweren. Gemeinschaft statt Konkurrenz. Freundschaft als kreativer Motor. Und die Bereitschaft, gemeinsam zu wachsen – musikalisch, menschlich, live. „Wir haben keine festen Ziele“, sagt Nina. „Es ist ein Experiment. Wir nehmen es Tag für Tag.“
Vielleicht ist genau das ihr größtes Statement: Dreamboys The Band sind nicht angetreten, um ein Bild zu erfüllen. Sondern um gemeinsam eines zu entwerfen. Sie verstehen sich nicht als fertige Antwort, sondern als offenes Gespräch – miteinander und mit allen, die zuhören.
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