Wenn elimako singt, ist es, als würde eine vertraute innere Stimme direkt zu einem sprechen. Ganz selbstverständlich macht sich ein warmes Gefühl in der Brust breit, während der Inhalt ihrer Worte einen oft eiskalt erwischt. Ihre Songs, größtenteils selbst produziert, verbinden sanfte Melodien mit vehementen Emotionen. Zwischen Studio, Shows und Studium versucht die 24-Jährige, alles so gut wie möglich zu jonglieren. Knapp ein Jahr nach ihrer Debüt-EP lädt uns elimako erneut in ihr verzweigtes Gedankenkarussell ein, das in den vergangenen 365 Tagen eher einer schrecklich schönen Geisterbahn glich. Irgendwo zwischen Zusammenbruch und Aufbruch entstehen die sieben Songs ihrer neuen EP „1jahr“. Jeder Track steht für sich und trägt doch entscheidend zur ganzheitlichen Geschichte der Musikerin bei. Und trotz alledem macht elimako weiter, immer weiter.
In ihrem neuen Projekt spricht elimako immer wieder zu sich selbst, wie in einem Mantra, das die Protagonistin jedoch nicht hören will. Die letzten anderthalb Jahre waren für sie eine Zerreißprobe. Zwischen Prüfungen und Musikbranche gerät sie an ihre Grenzen. Körperliche Warnsignale ignoriert sie, bis physische und psychische Symptome sie zwingen, die Notbremse zu ziehen. Weiter geht es so nicht. Die EP erzählt diese Geschichte in Momentaufnahmen: von den ersten Anzeichen über den Stillstand bis zur Ruhe nach dem Sturm.
„1jahr“ ist mehr als eine Aneinanderreihung von Songs. Die EP ist ein Kreislauf, in dem sich Motive, Melodien und Textfragmente immer wieder begegnen. Doch wie im Leben selbst bleibt nichts stehen. Jeder Durchlauf verändert sich, indem Erfahrungen hinzukommen und Verletzlichkeit sich in neue Stärke verwandelt. Ein ständiges Schwanken zwischen Stillstand und Bewegung, Zweifel und Zuversicht. Doch so lange alles in Bewegung bleibt, ist alles gut: „und ich bin und ich mags, alles wächst um ein Jahr“