Gus Backus | Biografie

Gus Backus

"Brauner Bär und weiße Taube", “Bohnen in die Ohr’n”, “Da sprach der alte Häuptling der Indianer”: Sechzig Jahre nach dem Beginn seiner Karriere ist der Schlagersänger Gus Backus immer noch einer der Top-Stimmungsmacher auf Faschingspartys und Schunkel-Abenden. Seine eingängigen, komödiantischen Lieder sind einfach unwiderstehlich.
Geboren 1937 in New York, begann Backus seine Laufbahn während seines Wehrdienstes in Pennsylvania, in der Doo-Wop-Gruppe The Dell Vikings, mit der er die Top−10-Hits “Come And Go With Me” und „Whispering Bells" veröffentlichte. 1957 – ein Jahr vor Elvis Presley – wurde er nach Deutschland, genauer nach Wiesbaden versetzt. Umgehend bewarb Backus sich bei der Plattenfirma Polydor, wo der Produzent Gerhard Mendelson ihn als Künstler unter Vertrag nahm. Seine ersten Singles waren deutsche Coverversionen diverser Songs von Elvis und Paul Anka. 
Seinen Durchbruch in Deutschland hatte Backus 1961 in der Musikshow Rhythmus 1961, begleitet vom Orchester Max Greger, in der Wiesbadener Rhein-Main-Halle. Ein Jahr später ehrte Radio Luxemburg ihn mit einem Goldenen Löwen. Mit dem von Peter Wehle und Werner Scharfenberger geschriebenen Kultlied “Da sprach der alte Häuptling der Indianer” war er zu einem der beliebtesten Sänger in Deutschland avanciert. Die Refrainzeile: “Da sprach der alte Häuptling der Indianer: Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf, uff!” ist in die Schlagergeschichte eingegangen.
Zwischendurch nahm Backus auch in Nashville eine Hillbilly-LP in deutscher und englischer Sprache auf. Seine größten Erfolge hatte er jedoch mit deutschen Stimmungs-, Trink- und Faschingsliedern. Die 1960er hindurch dominierte er die Hitparade mit Songs wie “Der Mann im Mond"”, “Linda”, “Sauerkraut-Polka” und “Memories of Heidelberg”. Parallel spielte er in rund sechzig Filmen mit, darunter in Ich kauf' mir lieber einen Tiroler Hut. Dort verkörperte der US-Amerikaner die Ideale der jungen Bundesrepublik, wo er seine größten Erfolge verbuchen konnte. Mit breitem amerikanischem Akzent klang Backus nach Freiheit und Abenteuer. Sein verschmitztes Gesicht wirkte lässig, seine Körpersprache kraftvoll. Charmant erobert er immer noch gleichermaßen Kinder, Teenies, Erwachsene und Senioren – ein Sänger für die ganze Familie.
Backus hat viermal geheiratet. Nach dem Abebben seiner Karriere und persönlichen Problemen kehrte er zur Mitte der 1970er in die USA zurück, wo er sich als Gelegenheitsarbeiter auf den Ölfeldern durchschlug. Als seine dritte Ehefrau 2001 starb, kam er wieder nach Deutschland, wo er sich mit seiner zweiten Frau Heidelore versöhnte und sie erneut heiratete. Das Paar lebt in der Nähe von München.