Anfang des Jahres veröffentlichte Julia Hülsmann ihr jüngstes Album “While I Was Away” – ihr mittlerweile zehntes für ECM Records -, auf dem die Pianistin und Komponistin mit einem außergewöhnlichen, flexibel agierenden Oktett und einem breit gefächerten Programm zu hören ist. In der nationalen und internationalen Presse erntete sie dafür überwältigendes Lob. “Das Album verbindet gekonnt klassisch angehauchten Art-Pop mit Kammer- und Kabarettmusik sowie Post-Bop”, schrieb etwa Thom Jurek bei AllMusic und bewertete das Album mit vier von fünf Sternen. “‘While I Was Away’ ist in jeder Hinsicht ein Triumph. Wie Hülsmann das Ensemble führt und die vielfältigen musikalischen Ausdrucksformen beherrscht, ist nicht nur meisterhaft, sondern auch einfühlsam, mutig und kompromisslos kreativ.”
All dies ist natürlich auch in der Berliner Kulturszene bestens bekannt, in der die in Bonn geborene Künstlerin – mit kleinen Unterbrechungen – bereits seit rund 35 Jahren zu Hause ist. Dort engagiert sie sich längst nicht nur als Musikerin, sondern unterrichtet seit geraumer Zeit als Professorin für Klavier Jazz/Pop und Ensembleleitung den Nachwuchs an der Universität der Künste Berlin. Für ihr musikalisches Schaffen und ihre pädagogischen Verdienste wurde Julia Hülsmann nun mit dem Jazzpreis Berlin 2026 ausgezeichnet..
“Die Pianistin und Komponistin Julia Hülsmann macht ihre Musik nicht nur für einen Teil der Jazz-Szene, sie verbindet viele Szenen und öffnet sich nach vielen Seiten”, heißt es in der Begründung der Jury. “Sie spricht in einer sanften und insistierenden Art ein Publikum auch weit jenseits der Jazz-Bubbles an. Ihre Kompositionen verbinden sich mit Literatur und anderen Kunstformen und behalten dabei immer eine Leichtigkeit. Julia Hülsmann hat mit ihren eigenen Ensembles Stetigkeit in der künstlerischen Arbeit bewiesen und war früh ein Role Model für jüngere Jazzmusikerinnen. Als Lehrende fördert sie die junge Generation und als engagierte Musikerin hat sie sich auch in mehreren Gremien für die Besserstellung von Jazzmusiker:innen eingesetzt. Ihre Strahlkraft wirkt weit über den Berliner Raum hinaus.”
Die Preisverleihung wird am 16. Juni im Rahmen eines Konzerts im Kleinen Sendesaal des rbb stattfinden.