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Luke Howard veröffentlicht sein neues Album “The Sand That Ate The Sea”

Luke Howard
© Jeff Andersen Junior/ Mercury KX
22.08.2019
"The Sand That Ate The Sea" – der Sand, der das Meer aß: Der australische Pianist und Komponist Luke Howard hat für sein neues Album diesen metaphorischen, märchenhaften Titel gewählt. “The Sand That Ate The Sea” besteht teilweise aus Musik, die Howard zu einer gleichnamigen Reihe von künstlerischen, dokumentarischen Videos komponiert hat. In ihnen porträtiert der australische Fotograf und Regisseur Matthew Thorne die ehemalige Bergarbeiterstadt Andamooka im Süden Australiens. Vor tausenden Jahren war dort Meer, heute ist alles Wüste. Dieses Land sei “gestohlen und verflucht”, sagte der Filmemacher dem australischen Magazin Boooooom.com. “Die Magie dieser Wunde” habe eine einzigartige Wirkung auf die Menschen, die dort leben.

"The Sand That Ate The Sea" spiegelt die Ruhe vor dem Sturm

Die Videos zeigen eine wundersame, auch abgründige Landschaft, extrem dünn besiedelt mit geheimnisvollen, unerschrockenen Menschen. Ein Horizont voller Weite gibt den Blick frei auf einen langsam heranziehenden Sturm. Luke Howards kraftvolle, gefühlsstarke Musik verschmilzt vollends mit diesen Bildern. Die Stimmung seiner neuen Stücke ist wehmütig und atmosphärisch, in sich ruhend. An Didgeridoos erinnernde elektronische Bass-Drones bilden herzschlagartig im Hintergrund das Fundament. Ein Piano wird zur Klangschale, und eine Violine seufzt nur einen einzigen Ton. Flirrende Streicher erklimmen die Obertonleiter. Orgelsounds verlieren sich irgendwo im Nichts. Prägnant angeschlagene Klavierakkorde mit unendlichen Hallräumen wirken wie ein allumfassendes tiefes Atmen.

Erstmals hat Howard hier Musik für Chor und Solostimme geschrieben

Luke Howard hat in “The Sand That Ate The Sea” erstmals auch Vokal-Partien in seine Kompositionen integriert. Die Aufnahmen machte er mit dem Vokalensemble Shards (bekannt durch Nils Frahms 2018 veröffentlichtes Album “All Melody”) und mit dem australisch-israelischen Sänger Lior. Er war inspiriert, der Musik ein “sakralen Unterton” zu geben, kommentierte Howard. Der Musiker aus Melbourne wollte den Pfad eines “heiligen Minimalismus von Henryk Gorecki und Arvo Pärt” gehen, ihrer Ästhetik deutlich ausgedrückter einfacher Ideen nachspüren. Im neuen Album besticht ein glockenheller, wie in einer Kathedrale aufgenommener Gesang. Ein weiterer namhafter Kollaborateur von “The Sand That Ate The Sea” ist der australische Klassik-Gitarrist Leonard Grigoryan.

Howard setzt im Spannungsfeld von Ambient und Kammermusik neue Akzente

Nach einem klassischen Musikstudium hat er zwischen 2005 und heute gut drei Dutzend Stücke für Film, TV und Spielkonsole komponiert. Er kollaborierte mit dem isländischen Komponisten Ben Frost und trat mit den Techno-DJs/Produzenten Derrick May und Jeff Mills auf. Howards Debütalbum “Sun, Cloud” beschrieb die BBC-Moderatorin Mary Anne Hobbs 2013 als “absolut himmlisch”. Der “herzöffnend schöne” (BBC) Klang seines zweiten Albums “Two Places” brachte ihn 2016 weiter ins Zentrum der internationalen Post-Klassik-Szene. Prompt nahm ihn Mercuy KX unter Vertrag, das auch alle seine bisherigen Alben neu veröffentlicht hat. 2018 etablierte er sich mit seinem zweitjüngsten Album “Open Heart Story” und der dazu gehörenden EP “More Heart Stories” – beide in Berlin aufgenommen. Nach umjubelten Konzerten in ganz Europa, darunter in der Hamburger Elbphilharmonie, gibt Howard mit “The Sand That Ate The Sea” der modernen Klassik verblüffende neue Klangfarbtöne.

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