Melody Gardot | Biografie

Biografie 2020

Gut Ding will Weile haben. Vielleicht ließ sich Melody Gardot aus diesem Grund für die Konzeption und Einspielung ihres fünften Studioalbum “Sunset In The Blue” geschlagene fünf Jahre Zeit. Mit aller Sorgfalt stellte die Sängerin, Songschreiberin, Pianistin und gelegentliche Gitarristin für “Sunset In The Blue” eine Reihe von Songs zusammen, die ihre mittlerweile erlangte stilistische Bandbreite – von Jazz und Blues über französischen Chanson und Pop bis zu lateinamerikanischer Musik in allen möglichen Schattierungen – aufs Wunderbarste widerspiegeln. Einige der Stücke schrieb Gardot im Alleingang, andere mit bewährten Partnern wie Jesse Harris. Außerdem überarbeitete sie mit Hilfe von Arrangeur Vince Mendoza noch ein paar Jazzstandards. Die unbestrittenen Highlights aber sind ihre Duette mit zwei männlichen Gesangskollegen: zuerst eine Bossa mit dem Portugiesen António Zambujo, der auf seinen eigenen Alben Fado mit traditioneller Musik der Alentejo-Region und brasilianischen Einflüssen vermischt; und zum krönenden Abschluss eine ansteckend poppige Nummer mit niemand Geringerem als Sting.
Von einer Zusammenarbeit mit internationalen Stars solchem Kalibers hatte Melody Gardort nur träumen können, als sie 2006 in Eigenregie ihr Debütalbum “Worrisome Heart” aufnahm. Das Album wurde dank dem Produzenten Larry Klein, der Melody auch bei “Sunset In The Blue” wieder hilfreich zur Seite stand, über Verve Records noch einmal weltweit herausgebracht und eroberte 2008 die Charts in u.a. den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Im darauf folgenden Jahr produzierte Klein dann das Nachfolgealbum “My One And Only Thrill”, das für einen Grammy nominiert wurde, sich mehr als anderthalb Jahre lang auf Platz 1 der deutschen Jazzcharts hielt und Melody nicht nur hier zu einem neuen Jazzstar machte.
Nach der Veröffentlichung tourte Gardot gut zwei Jahre lang durch die Welt, eilte von Kontinent zu Kontinent und von Auftritt zu Auftritt. Mit einem Riesenbündel neuer Erfahrungen und musikalischer Impressionen im Gepäck kehrte sie danach in die USA zurück, wo sie sofort den brasilianischen Produzenten, Komponisten und Gitarristen Heitor Pereira kontaktierte. In Zusammenarbeit mit ihm und erstklassigen Musikern wie dem Perkussionisten Paulinho da Costa und den Schlagzeugern Jim Keltner und Peter Erskine nahm sie ihr neues Album “The Absence” auf, auf dem sie in ihren Songs u.a. Eindrücke aus Argentinien, Brasilien, Marokko und Portugal musikalisch verarbeitete. Nachdem Melody Gardot bei den ECHO Jazz Awards 2010 schon als beste internationale Jazzsängerin geehrt worden war, gewann sie 2013 mit “The Absence” die Auszeichnung für den Bestseller des Jahres.
Eine völlig neue Melody Gardot konnte man dann 2015 auf ihrem vierten Studioalbum “Currency Of Man” entdecken:  rauer, rockiger, souliger, ja, sogar mitunter ausgesprochen funky. Und in den Texten brachte sie nun unverblümt gesellschaftspolitische Themen zur Sprache. Die neue musikalische Linie transportierte einen gewissermaßen in die späten Sechziger und frühen Siebziger zurück und Melody weckte mit ihrem Gesang stellenweise sogar Erinnerungen an Janis Joplin. Im Februar 2018 erschien dann das Doppelalbum “Live In Europe”, für das die Künstlerin selbst aus mehr als 300 Aufnahmen siebzehn ausgewählt hatte, die zwischen 2012 und 2016 bei Auftritten in neun europäschen Ländern mitgeschnitten worden waren und für sie “besonders denkwürdige, oft sehr persönliche Konzertmomente” darstellten.
Stand Oktober 2020
Mehr von Melody Gardot