Metallica | Biografie

Metallica Biografie: Vier Jahrzehnte, die den Metal definierten

Manche Bands prägen eine Ära, andere verändern die Musikwelt für immer. Metallica gehören definitiv zur zweiten Kategorie. Seit über 40 Jahren stehen James Hetfield (Gesang, Rhythmusgitarre), Lars Ulrich (Schlagzeug), Kirk Hammett (Leadgitarre) und Robert Trujillo (Bass) an der absoluten Spitze der weltweiten Rockszene. 
Wer dachte, dass die Jungs nach all den Jahren leiser werden, wurde spätestens mit ihrem Studioalbum „72 Seasons“ und der gigantischen M72 World Tour eines Besseren belehrt. Doch hinter dem globalen Erfolg steckt eine Geschichte voller Extreme: von unbändigem Hunger in engen Garagen über schmerzhafte Schicksalsschläge bis zu gigantischen Stadion-Shows.
 

Die Garagen-Pioniere: Die Geburt des Thrash Metal (1981 bis 1983)

Alles begann 1981 mit einer schlichten Zeitungsanzeige in Los Angeles. Der junge Schlagzeuger Lars Ulrich suchte Gleichgesinnte, um dem damals eher braven Rock etwas verdammt Schnelles und Hartes entgegenzusetzen. James Hetfield meldete sich, und der Grundstein für eine beispiellose Karriere war gelegt.
Um den genialen Bassisten Cliff Burton an Bord zu holen, zog die Band kurz entschlossen nach San Francisco. Zusammen mit Leadgitarrist Kirk Hammett, der kurz vor den ersten Aufnahmen Dave Mustaine ersetzte, brachten sie 1983 ihr Debütalbum „Kill ’Em All“ heraus. Es war laut, es war unfassbar schnell und es war die offizielle Geburtsstunde dessen, was wir heute als Thrash Metal kennen.
 

Meisterwerke und ein tragischer Verlust (1984 bis 1986)

Mit den Alben „Ride The Lightning“ (1984) und dem legendären „Master of Puppets“ (1986) zeigten Metallica schnell, dass sie viel mehr konnten, als nur blind draufloszuhämmern. Die Songs wurden komplexer, tiefer und epischer. Das Titelstück von „Master of Puppets“ gilt bis heute als eines der wichtigsten Werke der Musikgeschichte und wurde sogar in das US-Nationalarchiv (Library of Congress) aufgenommen.
Doch mitten im größten Aufstieg folgte im September 1986 der schwerste Schlag der Bandgeschichte. Bei einem schrecklichen Busunglück während der Europatournee in Schweden verlor Cliff Burton sein Leben. Der Tod ihres engen Freundes und kreativen Kopfes riss eine riesige Lücke. Die Band stand kurz vor dem Aus, entschied sich aber am Ende, im Sinne von Cliff weiterzumachen.
 

Das Black Album und der weltweite Durchbruch (1988 bis 1991)

Mit Jason Newsted am Bass meldeten sie sich zurück und lieferten mit „… And Justice for All“ (1988) ein hochkomplexes Meisterwerk ab, das ihnen auch den ersten Grammy® einbrachte. Der absolute Urknall folgte dann 1991 mit dem selbstbetitelten „Black Album“. Es machte Metallica über Nacht von einer Metal-Größe zu weltweiten Superstars.
Warum die Platte bis heute Musikgeschichte schreibt und in keinem Plattenregal fehlen darf:
  • Die unsterblichen Songs: Hymnen wie „Enter Sandman“ oder die Ballade „Nothing Else Matters“ kennt heute absolut jeder, egal ob Metal-Fan oder nicht.

  • Der ungebremste Erfolg: Mit über 30 Millionen verkauften Einheiten stürmte das Album weltweit die Charts und brach reihenweise Rekorde.
 

Krisen, Mut und das ewige Fundament (1996 bis 2016)

Sich auf alten Erfolgen auszuruhen, war nie Metallicas Ding. In den Neunzigern experimentierten sie auf „Load“ und „ReLoad“ mit Blues- und Hard-Rock-Elementen und spielten kurz darauf mit einem ganzen Orchester für das legendäre Projekt „S&M“ (1999). Doch der Erfolg forderte seinen Tribut. Anfang der 2000er Jahre kriselte es gewaltig: Jason Newsted stieg aus, die Band stritt sich vor laufender Kamera, festgehalten in der ungeschönten Doku „Some Kind of Monster“, und das Album „St. Anger“ (2003) spaltete die Fans.
Aber Metallica bewiesen echte Stehaufmännchen-Qualitäten. Mit dem Einstieg von Bass-Gigant Robert Trujillo fanden sie ihren Fokus wieder. Die Alben „Death Magnetic“ (2008) und „Hardwired… to Self-Destruct“ (2016) zeigten allen, dass die alten Thrash-Wurzeln noch immer lebendig sind und die Band 2009 völlig zu Recht in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde.
 

Metallica heute: Die M72 Tour und das musikalische Erbe

Wer glaubt, dass sich die Band heute zur Ruhe setzt, irrt sich gewaltig. Davon zeugen vor allem drei Dinge, die zeigen, wie lebendig der Mythos aktuell ist:
  • Das aktuelle Album: Mit „ReLoad“ (Juni 2026) blicken die Musiker auf ihre eigenen Anfänge zurück und verpacken ihre alten Hits in einer neuen, remasterten Version.

  • Ein neues Live-Erlebnis: Die M72 World Tour bricht mit alten Konzert-Traditionen. Beim „No Repeat Weekend“ spielt die Band an zwei Abenden in einer Stadt zwei völlig unterschiedliche Setlists auf einer kreisrunden Bühne mitten im Stadion.

Am Ende sind Metallica eben viel mehr als nur eine Band. Sie sind ein generationsübergreifendes Phänomen und der Beweis dafür, dass wahre Leidenschaft nicht alt wird. Sie wird nur lauter.
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