Früher musste NESTA bloß die Wohnzimmertür zuziehen, um komplett in ihre eigene Welt einzutauchen. Einfach Songs mitsingen, am liebsten richtig laut mit Mikrofon. Oder überhaupt kreativ sein, etwas malen, zeichnen. „Ich war echt immer im Wohnzimmer und hab gesungen“, sagt die heute 22-jährige Norwegerin mit litauischen Roots über diesen ultimativen Rückzugsort. „Das war einfach mein Space, mein Safe Space, jedes Mal.“ Obwohl ihr Mikrofon mit einer amtlichen Monitor-Box verbunden und der Regler meistens ordentlich aufgedreht war, sei sie sich sicher gewesen, dass ihr niemand zuhört. „Sogar die im Nachbarhaus konnten mich hören, aber in meinem Kopf war das nicht so: Ich war ganz allein mit der Musik, wenn diese Tür geschlossen war.“
Das nächste Chapter beginnt in Sepiafarben und mit Vinylknistern im Intro, woraufhin NESTA das große Fragezeichen, von dem „maybe bf“ handelt – ist es mit ihm vielleicht doch mehr als nur Best Friends? – wie in einem Wiegenlied ausformuliert. Danach präsentiert sie das komplette Gefühlschaos: Über wuchtigen Synth-Basslines und einer Produktion, die nach und nach ihren ganzen Sog entfaltet, geht’s um Verlustängste und unsichtbare Tränen, aber auch um den Wunsch, sich zu 100% auf dieses Abenteuer einzulassen. „Dieses ‘maybe bf’ war tatsächlich ein Ausdruck, mit dem ich diesen Situationship beschrieben habe, in dem ich mich damals gerade befand“, sagt sie über die Single, die während einer Songwriting-Session in Berlin (mit dem Wefor-Kreativcamp, u.a. Hubertus Dahlem, Boki) entstand.
„‘maybe bf’ ist wirklich sehr offen, sehr weit gefasst. Es könnte komplett delulu sein… oder auch nicht.“