The Beta Machine | Biografie

The Beta Machine — “Intruder” — Bio 2019

The Beta Machine sind zwar ein relativ neues Bandprojekt aus Los Angeles, doch die beiden Köpfe dahinter sind alles andere als unbekannt: Bassist, Sänger und Keyboarder Matt McJunkins sowie Schlagzeuger Jeff Friedl. Man könnte also auch sagen: die Rhythmussektion von A Perfect Circle.
Dem Begriff des „Musicians’ musician“, eines Musikers also, der besonders von seinen Kollegen geschätzt und verehrt wird, begegnet man zwar viel zu häufig – hier jedoch trifft er die Sache schon sehr gut: Sowohl McJunkins als auch Friedl sind extrem gefragt, haben schon bei etlichen anderen Projekten mitgemischt. Kennengelernt haben sich die beiden bei einem Vorspielen für Ashes Divide (Nebenprojekt von A Perfect Circle-Gitarrist Billy Howerdel).
Es dauerte nicht lange, bis die beiden zu einer eingeschweißen Rhythmussektion werden sollten – und die kann bekanntlich jede Band gut gebrauchen: So wirkten sie z.B. auch bei Puscifer mit, dem Supergroup-Projekt von Tool-/A Perfect Circle-Frontmann Maynard James Keenan. Während Friedl außerdem bei Filter und Devo mitmischte, spielte McJunkins u.a. auch mit Thirty Seconds To Mars. Und auch bei Eagles of Death Metal wirkten sie als Schlagzeug/Bass-Duo mit.
Laut Friedl haben sie zwischendurch immer wieder Material aufgenommen, das zu keinem ihrer anderen Projekte passte, und so hätten sie es einfach beiseite gelegt – zunächst ohne konkreten Plan. Doch mit der Zeit entstand während ihrer Sessions eine ganz eigene Energie, eine ganz besondere Chemie: „Wir haben einfach so einen unglaublich guten Draht zueinander“, sagt McJunkins. „Die Ideen kamen wie von selbst, und alles lief einfach rund. Auch vollkommen ohne irgendwelche Egoprobleme.“
Schließlich gaben die beiden ihrem Projekt und dem dazugehörigen, futuristischen Sound einen Namen: The Beta Machine. Zudem holten sie sich weitere Mitstreiter an ihre Seite: Mit Claire Acey (von Nightmare of the Cat) und dem Gitarristen und Keyboarder Nicholas Perez hatten sie davor bereits gearbeitet und sich angefreundet – und beide waren sofort dabei, als es hieß, sie könnten das Line-up von The Beta Machine vervollständigen.
Das neue Projekt fühlte sich auch deshalb so gut an, weil sämtliche Erwartungen, die mit ihren anderen Bands verknüpft sind, in diesem Rahmen nicht existierten – was auch bedeutete: Sie konnten absolut frei experimentieren, ganz andere Ansätze und persönliche Vorlieben miteinander kombinieren. Wie das klang, zeigten sie dann im Jahr 2017, als die erste EP All This Time erschien: Der Sound von The Beta Machine war zwar durchaus verankert im Rock, aber auch offen für ganz andere Elemente und Einflüsse.
„Als Künstler, als Band existiert man doch letztlich in einer Art Blase, und außerhalb dieser Blase würde das alles in der Regel gar nicht funktionieren“, holt McJunkins aus. „Man wird halt in eine Schublade gesteckt und ist ab dann für diese eine Sache bekannt. Wir jedoch versuchen mit diesem Projekt, ein sehr breites Spektrum abzudecken, damit uns das erspart bleibt.“
Im März 2019 erscheint mit Intruder (T-Boy/UMe) das Debütalbum von The Beta Machine, auf dem sie dort weitermachen, wo sie mit der All This Time-EP angefangen haben. Nur klingen sie in diesem größeren Rahmen sogar noch facettenreicher: Während The Beta Machine für die erste Single „Embers“ auf gemeinsame Vocals von McJunkins und Acey setzen, ist „Bones“ z.B. eine astreine Ballade. „Palindrome“ hingegen klingt wuchtig, episch – weil sie hier auf massive Synthesizer-Sounds setzen.
Die Liste der Referenzen und Einflüsse, die The Beta Machine auf ihrem Debüt durchschimmern lassen, ist dementsprechend lang und weit verzweigt in ganz unterschiedliche Ecken der Musikgeschichte: Düstere Goth- und New-Wave-Elemente hört man da z.B. raus, ein bisschen The Cure und Blondie, ein Anflug von New Order oder Depeche Mode anderswo. Trotzdem sind diese Bezüge nie eindeutig, sie selbst nie zu 100% in einer Tradition zu verorten – was wohl auch daran liegt, dass es einfach so viele unterschiedliche Elemente sind, die in ihrem Songwriting zusammenkommen.
Schon jetzt können The Beta Machine auf etliche Live-Shows zurückblicken, denn bei der letzten Stadiontournee von A Perfect Circle waren sie als die einzige Vorband dabei: Ein Marathon-Auftrag für McJunkins und Friedl, die somit zwei komplette Sets pro Abend spielen sollten. Demnächst geht’s weiter, denn parallel zur Albumveröffentlichung sind bereits weitere Konzerte in den USA und Europa geplant. Sie selbst können es kaum abwarten, schließlich sei alles an diesem Projekt noch so neu und so spannend, wie Friedl sagt: „Ja, das alles ist noch so frisch… alles liegt noch vor uns. Unser Wunsch lautet natürlich, dass wir damit viele Menschen erreichen. Dass wir hinterher eine große, bunt gemischte Fanbase haben, die auf genau diesen Sound und diese Vibes gewartet hat.“
„Am wichtigsten ist doch, dass die Leute sich amüsieren und einfach abgehen auf die Songs“, fügt McJunkins hinzu. „Die Energie dieser Songs soll sie vor allem bewegen.“ Wie genau und wozu die Songs von Intruder sie dann letztlich bewegen – zum Tanzen? zum Nachdenken? zum In-sich-Gehen oder zum Mitsingen? –, ist noch offen. Ihr Ziel erreicht hätten The Beta Machine jedoch mit jeder dieser Reaktionen.