The Pretty Reckless | Biografie

The Pretty Reckless Biografie: Die Reinkarnation des Rock ’n’ Roll

Wer an modernen, dreckigen und kompromisslosen Rock ’n’ Roll denkt, kommt an einem Namen nicht vorbei: The Pretty Reckless. Angeführt von der charismatischen Ausnahme-Frontfrau Taylor Momsen hat sich die US-amerikanische Band aus New York City von einem vermeintlichen Teenie-Projekt zu einer der erfolgreichsten und beständigsten Größen im modernen Alternative Rock und Hard Rock entwickelt. Mit Charterfolgen am laufenden Band und einer tiefen, emotionalen Erdung beweisen sie immer wieder aufs Neue, dass der Rock ’n’ Roll lebendiger ist als je zuvor.
 

Vom Teenie-Star zur Rock-Rebellin: Die Anfänge (2009 bis 2012)

Als sich The Pretty Reckless im Jahr 2009 in New York formierten, blickte die Musikwelt zunächst skeptisch auf das Projekt. Der Grund: Frontfrau Taylor Momsen war zu diesem Zeitpunkt als Schauspielerin aus der weltweiten Hitserie Gossip Girl bekannt. Doch die Rolle des braven Hollywood-Mädchens entsprach nie ihrer DNA; sie fühlte sich in der glitzernden Popkultur-Welt zunehmend isoliert und missverstanden. Momsen warf das glamouröse Image bewusst ab, um sich voll und ganz ihrer wahren Leidenschaft zu widmen: dem handgemachten, düsteren Gitarrensound.
Gemeinsam mit Lead-Gitarrist und Songwriting-Partner Ben Phillips, Bassist Mark Damon und Schlagzeuger Jamie Perkins veröffentlichte die Band 2010 ihr sensationelles Debütalbum „Light Me Up“. Angetrieben von den rohen Grunge-Roots und der ersten großen Hitsingle „Make Me Wanna Die“ etablierte sich die Band im Handumdrehen in der internationalen Rockszene. Momsens rauchige, ungefilterte Stimme strafte alle Kritiker Lügen und zeigte, wo ihre musikalischen Wurzeln wirklich liegen:
Grunge-Pioniere: Der rohe, ungefeilte Sound von Nirvana und Soundgarden.
Klassischer Hardrock: Die Riff-Gewalt und Blues-Einflüsse von Led Zeppelin und AC/DC.
Female-Fronted Rock: Die kompromisslose Attitüde von Joan Jett und Courtney Love.
 

Der Durchbruch und historische Chart-Rekorde (2014 bis 2016)

Mit dem Nachfolger „Going to Hell“ (2014) gelang The Pretty Reckless der endgültige Aufstieg in die absolute Rock-Elite. Das Album knackte die Top 5 der US-Billboard-Charts und brachte der Band weltweiten Ruhm. Die Single „Heaven Knows“ entwickelte sich zum Mega-Hit und thronte phänomenale 18 Wochen lang an der Spitze der US-Mainstream-Rock-Charts.
Mit diesem und den nachfolgenden Hits wie „Fucked Up World“ und „Take Me Down“ schrieben The Pretty Reckless Musikgeschichte: Sie waren die erste von einer Frau angeführte Band, die ihre ersten vier Singles allesamt auf Platz 1 der Rock-Radiocharts platzieren konnte.
Das dritte Album „Who You Selling For“ (2016) erweiterte den Sound der Band um reife Blues- und Soul-Einflüsse und bewies die enorme musikalische Bandbreite des Quartetts, was unter anderem durch den Erfolg der Single Take Me Down untermauert wurde.
 

Psychische Krisen und die dunkelste Stunde der Band

Jede große Rock-Biografie hat ihre Zäsur. Für The Pretty Reckless kam sie in den Jahren 2017 und 2018 in Form von existenziellen Traumata. Während einer gemeinsamen Tour mit den Grunge-Legenden Soundgarden verstarb deren Sänger Chris Cornell völlig unerwartet. Für Taylor Momsen, die Cornell von Kindheit an als ihr größtes Idol und mentorhafte Figur verehrte, war dies ein psychischer Schock, der sie völlig aus der Bahn warf.
Nur knapp ein Jahr später folgte der nächste, noch härtere Schlag: Der langjährige Stammproduzent, kreative Fixpunkt und engste Freund der Band, Kato Khandwala, kam bei einem tragischen Motorradunfall ums Leben. Die Band versank in tiefer Trauer, schweren Depressionen und Substanzmissbrauch. Das Projekt stand über Monate hinweg kurz vor dem endgültigen Aus, da die Sinnhaftigkeit des Weitermachens komplett verloren schien.
 

Die Wiederauferstehung: Death by Rock and Roll

Doch die Rettung lag letztendlich in genau der Sache, die sie zusammengebracht hatte: der Musik als Ventil für den Schmerz. Als eine Form der kollektiven Katharsis und seelischen Heilung entstand das vierte Studioalbum „Death by Rock and Roll“ (2021).
Das Album ist kein morbides Werk, sondern eine Hymne auf das Überleben und eine stolze Hommage an ihre verstorbenen Wegbegleiter. Es schoss weltweit an die Chartspitzen und bewies, dass die Band gestärkt aus der Dunkelheit hervorgegangen war. 
Mit dem nachfolgenden Akustik- und Coverprojekt „Other Worlds“ (2022) und unermüdlichem Touren auf den größten Festivalbühnen weltweit festigten sie ihren Ruf als eine der mitreißendsten und ehrlichsten Live-Bands der Gegenwart.
 

Ausblick: Das neue Album „Dear God“ (2026)

Mit ihrem am 26. Juni 2026 erscheinenden fünften Studioalbum „Dear God“ schlägt die Band ein neues, radikal offenes Kapitel auf. Angeführt von der Hitsingle „For I Am Death“ (ihre achte Nummer 1 in den US-Rock-Charts) und dem epischen Titeltrack, liefert das Werk eine packende Balance aus verletzlicher Intimität und gewohnter Riff-Gewalt. Flankiert wird der Release von einer großen Welttournee: Neben Support-Shows für AC/DC kommen The Pretty Reckless im Spätherbst 2026 auch für exklusive Headliner-Termine nach Deutschland (u. a. am 18. November nach Berlin und am 21. November nach Köln).


Authentischer Rock ’n’ Roll im 21. Jahrhundert

The Pretty Reckless sind längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein Fels in der Brandung einer oft künstlichen Musikwelt. Ihre Songs leben von einer ehrlichen, unangepassten Attitüde, gepaart mit tiefgründigen Texten über Verlust, Erlösung und die unbändige Kraft der Musik. Wer echten, handgemachten Hard Rock mit Herz, Seele und emotionaler Tiefe sucht, kommt an Taylor Momsen und ihrer Band nicht vorbei.
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