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Unheilig, Lichter der Stadt
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23.02.2012

Unheilig

Mit dem Nachfolger seines Erfolgsalbums "Grosse Freiheit" kehrt Der Graf zurück in heimische Gefilde. In den vergangenen beiden Jahren konnte er auf seiner riesigen Tour das Land, die Leute, ja, die ganze Welt mit anderen Augen sehen. So erscheint ihm heute selbst das Vertraute in einem neuen Licht - eine mögliche Erklärung für den Titel des neuen Albums, "Lichter der Stadt".

Vielleicht versteckt sich darin aber auch ein Tribut an Charlie Chaplin und seine monumentale Tragikkomödie "City Lights", dtsch."Lichter der Großstadt". Zuzutrauen wäre es Unheilig. Der Titel ist so vieldeutig wie das Cover. Gezeigt wird hier eine in vielerlei Hinsicht merkwürdige Vergnügungsmeile. Wir sehen Leuchtwerbung mit Slogans wie "Das Leben ist schön" und "Tage wie Gold", dazwischen erscheint hier und dort ein dezentes Unheilig-Logo.

Während sich am dunklen Himmel Gewitterwolken zusammenballen, wird die Strasse von den gezogenen Scheinwerferspuren des nächtlichen Großstadtverkehrs illuminiert. Die bizarren Werbebotschaften erklären sich mit einem Blick auf das Tracklisting. Als Vorlage für die Schilder dienten Titel des neuen Albums. Aber der Rest? Ein unbestimmtes Gefühl von Melancholie bemächtigt sich dem geneigten Betrachter.

Und während man sich noch fragt, woran das genau liegen könnte, entdeckt man: In dieser Strasse sind Autos, Restaurants und sogar ein Kopfkino auszumachen - aber keine Menschen. Das einzige, was hier wirklich fehlt, sind die Menschen. ... (Platz für eigene Gedanken) ... Soviel sei schon jetzt verraten: Dieser Menschenleere begegnet Der Graf mit dem emotionalsten Werk seiner nunmehr zwölfjährigen Karriere.