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Claudia Koreck “Weihnachtsplatte”

Claudia Koreck Webgrafik 1
13.11.2018
Winterwunderklang
Mit Wärme und Herzlichkeit gegen die Kälte — die bayerische Songwriterin Claudia Koreck schürt Vorfreude auf die stade Zeit: Ihre “Weihnachtsplatte” ist eine facettenreiche Liedersammlung mit großen Gefühlen und folkigem Sound / im Dezember auch live auf der Bühne
Es war wohl nur eine Frage der Zeit. “Ich höre selber immer so gern Musik an Weihnachten”, erzählt Claudia Koreck, die sich alle Jahre wieder auf den Dezember freut wie ein kleines Kind. Wenn es draußen kalt ist, die Menschen zusammenrücken, sich zuhören und Musik machen. Diese Sehnsucht nach der Wunsch-Weihnacht ist groß bei der Traunsteiner Singer-Songwriterin. Und genau diese Sehnsucht wollte sie in Lieder fließen lassen. Lieder, die nicht überladen sind mit Blingbling und Jingle Bells, Lieder, die erdig, echt und emotional daherkommen. Viel Folk, weitgehend akustisch.
Wenn nun im November 2018 Claudia Korecks “Weihnachtsplatte” erscheint (einmal mehr auf dem eigenen Label Honu Lani Records), dann hat sich die 32-Jährige einen weiteren Wunsch als erstaunlich produktive Künstlerin erfüllt: Nach sechs Studioalben (zuletzt “Holodeck”, 2017), einer Doppel-Live-CD (2011) und ihrer “Kinderplatte” (2016) fügt die winterliche Songsammlung dem Werk der Hit-Sängerin (“Fliang”) eine weitere Facette hinzu.
Bis dahin war es ein weiter Weg. Einer, der sie von Traunstein nach Schweden führte, nur sie und ihre Instrumente. Mit Gitarre und Mandoline hat sie sich eine Woche lang in eine kleine Hütte in der Nähe von Stockholm zurückgezogen, um an den Stücken zu arbeiten. Um die Muse zu finden, die sie schon so oft geküsst hat. Abgeschieden von der Außenwelt, inmitten eines Naturschutzgebietes und ohne Internetempfang, so wollte  sich Koreck Anfang 2018 in winterliche Stimmung versetzen. Mit Erfolg. “Der Drang zum Schreiben war groß”, erinnert sich die Songwriterin. Es gab keine Störungen, keine Ablenkungen des Alltags wie daheim. “Alles war im Fluss. Keiner hat mich herausgerissen.”
Claudia Koreck ist eine unbewusste Schreiberin. Wie auch in früheren Werken lässt sie sich von Gefühlen und Erlebtem zu authentischen Songs inspirieren, die sich nicht in gängige Formate oder Schubladen stecken oder gar auf dem Reißbrett konstruieren lassen. Sie schreibt auf Englisch über Ruhe, Einsamkeit und das Vermissen des Liebsten (“Reindeers”), singt auf Bairisch gegen Weihnachtshektik und Entfremdung an (“Ruck ma olle wieder näher zam”) und widmet ihrer Tochter ein Stück auf Hochdeutsch (“Wenn ich an Weihnachten denk”).
Und so spiegeln denn die elf Songs exakt wider, was Claudia Koreck in den vergangenen Jahren zur selbstbewussten Künstlerin hat reifen lassen: jene kompromisslose Freiheit, sich auszudrücken, wie sie das im Moment und zum Thema des Songs passend gerade möchte. “Das ist mir das Allerwichtigste”, sagt Koreck, “die totale Freiheit”. “Da bin ich der Rebell.” Also stehen Lieder auf Bairisch ganz selbstverständlich neben drei Songs auf Englisch. Auf Englisch singt sie zum Beispiel die einzige Cover-Version des Albums, das Hawaiianische Weihnachtslied “Mele Kalikimaka” von Robert Alex Anderson aus dem Jahr 1949. Hier zeigt sich wieder Korecks Verbundenheit zu Hawaii, wo sie und ihr Mann, der Produzent Gunnar Graewert, regelmäßig Urlaub und Musik machen. Gesang und Ukulele dieses Songs wurden bereits vor ein paar Jahren in Kilauea aufgenommen — und nun neu produziert.
Wie sehr Claudia Koreck mit ihrer Songkunst berühren kann, offenbart das letzte Lied des Albums, “Weihnachten ohne di”. Die Klavierballade ist eine persönliche Hommage an ihre zu früh gestorbene Großmutter; eine Hommage, die jeden anspricht, der ebenfalls geliebte Menschen verloren hat. Es ist das Lied, in dem sich die Oberbayerin offenherzig zurückerinnert: an das Weihnachten mit ihren Großeltern in Traunstein; an die Werte, die ihre Oma ihr mitgegeben hat. “Du host gsogt / hoi den Mo ohne Dahoam an unsern Disch / Nur durch di hob i verstanden wos Weihnachten is.” Und ganz nebenbei, in wenigen Zeilen, gelingt ihr eine poetische Überhöhung, die ihresgleichen sucht — auch, weil sie so gut in die aktuellen Zeiten passt: “Du host gsogt / I brauch Liada und Poesie / Damit i wos hob, wenn die Menschen zu schwarz moin / Moist einfach ned mit.”   
Was den Sound betrifft, war der Künstlerin früh klar, wohin die Reise gehen sollte: “Ich wollte keine große Pop-Produktion”, sagt Claudia Koreck. “Musikalisch ehrlich und erdig sollte es klingen, zeitlos folkig mit Americana-Elementen.” Die Bandbreite der Stimmungen ist bewusst groß gehalten. Koreck: “Es gibt so viele Gefühle an Weihnachten. Nicht nur Besinnlichkeit und Schwere.” Einige Stücke tänzeln denn auch fröhlich treibend (“Mandolinenmo”), andere schmeicheln im Gewand herrlicher Oldies (“Christmas In Our Hearts”). Mal jault die Blues-Gitarre, und Koreck gibt sich zum dezenten Saxofon der Sehnsucht hin (“Wo bleibt der Winter”), mal zeigt sie zu schneeflockenzarten Klavierklängen, wie intensiv sie die Schönheit der Melancholie besingen kann. 
Produziert wurde die “Weihnachtsplatte” in den Downtown Studios in München und in den Honu Lani Studios in Traunstein. Für die Aufnahmen stand ein bewährtes Team zur Verfügung, allen voran der Produzent und Multiinstrumentalist Gunnar Graewert, Korecks Ehemann. Auch die Musiker Oscar Kraus (Schlagzeug), Matthias Bublath (Klavier), Titus Vollmer (Gitarren) und Chris Haller (Saxofon und Klarinette) waren wieder dabei, zudem Mario Schönhofer am Bass.
Die Aufnahmen fanden im Mai statt, nur wenige Monate nach ihrer kreativen Auszeit in Schweden. Um die Kollegen in Winterstimmung zu bringen, musste Koreck freilich ein bisschen tricksen. “Ich hab' das Studio weihnachtlich geschmückt, mit Kugeln und Sternen”, erzählt sie. “Außerdem hab' ich einen Weihnachtspulli getragen. Das hat dann schon geklappt.” Mit dem Ergebnis ist die 32-Jährige sehr zufrieden, auch, weil damit ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen ist. “Die Platte klingt genau so, wie Weihnachten für mich ist.”
Daran können nun alle teilhaben, auch live. Denn im Dezember geht Claudia Koreck auf große Tour durch Bayern. Die Lieder ihrer “Weihnachtsplatte” stellt sie in intimem Rahmen und mit ausgewählten Gastmusikern vor.
 

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