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Imposanter Bass – Essentials von Kim Borg

Kim Borg
15.07.2019
In Deutschland ist er fast in Vergessenheit geraten. Dabei war Kim Borg ein überragender Bassbariton, der mit seinem warmen Timbre und seiner geradlinigen Art unmittelbar zu berühren wusste. Dem finnischen Sänger kommt das Verdienst zu, der klassikinteressierten Weltöffentlichkeit ein ungewöhnliches Repertoire erschlossen zu haben. Mit Liedern von Jean Sibelius und Yrjö Kilpinen brachte er dem Publikum die poetischen Schönheiten des finnischen Kunstliedes näher. Nur wenige Liedinterpreten von internationalem Format beherrschen die finnische Sprache. Deshalb konnte Borg auf diesem Gebiet fast konkurrenzlos in die Rolle des Vermittlers schlüpfen. Dass er sie brillant auszufüllen wusste, bewies er mit seinem 1957 bei Deutsche Grammophon erschienenem Sibelius-Album, das im Jahre 2007 eine Neuauflage erfuhr. 2008 erhielt das Gelblabel für die Wiederveröffentlichung des Albums einen Gramophone Award.  

Imposanter Bass

Kim Borg kam am 7. August 1919 in Helsinki zur Welt. Er studierte an der dortigen Sibelius-Akademie Gesang und Komposition. Im Jahre 1947 debütierte er, ebenfalls in seiner Heimatstadt Helsinki, als Konzertsänger. Anfang der 1950er Jahre siedelte er nach Stockholm über, wo er bei der russischen Koloratursopranistin Adelaide von Skilondz seine sängerischen Fähigkeiten verfeinerte. Im Jahr 1951 gab er im dänischen Aarhus als Colline in Puccinis “La Bohème” sein Operndebüt. 
In der Folgezeit avancierte er zu einem international gefragten Opern- und Konzertsänger, der vor allem als Boris Godunow in Mussorgskis gleichnamiger Oper Profil gewann. Aber auch in Rollen wie Don Giovanni oder Hans Sachs feierte der imposante Bass, der sich neben seiner Bühnenlaufbahn als Komponist und Gesangspädagoge einen Namen machte, große Erfolge.

Breites Spektrum 

Borgs Hausmarke blieb das finnische Kunstlied. Der Gesangsexperte Jürgen Kesting urteilt über seine Leistungen auf diesem Terrain: “Borg gelingt es, schlichte, volksliedhafte Lieder in sublime Kunstgebilde zu verwandeln.” Diese Fähigkeit macht sich auch bei Liedern von Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Hugo Wolf oder Carl Loewe bezahlt. Deshalb enthält das digitale Album “Kim Borg Essentials”, das jetzt im Vorausblick auf den 100. Geburtstag des finnischen Sängers am 7. August 2019 erscheint, neben den selten zu hörenden Liedern von Jean Sibelius und Yrjö Kilpinen auch Klassiker des österreichischen und deutschen Kunstliedes. 
Darüber hinaus darf man sich auf geistliches Liedgut und zahlreiche Opernarien freuen. Erstmals in digitaler Gestalt erscheint das zu Borgs Zeit noch Händel zugeschriebene, heute jedoch als Komposition von Siegfried Ochs geltende Arioso “Dank sei Dir, Herr”, das der finnische Bass in unübertroffen erhabener Manier singt. Bewegende Opernarien von Tschaikowsky, Borodin, Mussorgski, Verdi, Mozart und Rossini zeigen das breite Spektrum des zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Sängers.
"Kim Borg Essentials" steht ab dem 19. Juli 2019 auf Spotify, iTunes und Apple Music zum Download und Stream bereit.
 

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