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Von der bindenden Kraft der “Carmina Burana” — Zum 125. Geburtstag von Carl Orff

Carl Orff Edition
© bpk / Felicitas Timpe
09.07.2020
Die Deutsche Grammophon begeht in diesen Tagen den 125. Geburtstag von Carl Orff, einem der namhaftesten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Weltweit wird dieser Name zuallererst mit einem der berühmtesten Chorwerke überhaupt in Verbindung gebracht, der szenischen Kantate “Carmina Burana”. Orff komponierte sie auf der Grundlage von Handschrift einer Liedersammlung aus dem XIII. Jahrhundert aus dem Kloster Benediktbeuren.
Dass Orff nicht nur besonders originell, sondern auch vielseitig war, belegen seine Werkliste und sein überaus umfangreiches, im Sinne des Wortes wegweisendes musikpädagogisches eigens für Kinder entwickeltes Konzept, an dem er zeitlebens arbeitet.
Geboren am 10. Juli 1895 in München, erhielt er frühzeitig eine solide musikalische Ausbildung, absolvierte 1914 die Münchner Musikakademie. Komponisten wie Schönberg, Strauss und Pfitzner beeinflussten sein musikalisches Denken zunächst in starkem Maße. Erste Engagements als Kapellmeister führten ihn an die Münchner Kammerspiele, an das Mannheimer Nationaltheater so wie nach Darmstadt an das dortige Landestheater. Nach dem 1. Weltkrieg dann begann Orff an seinem gigantischen Schulwerk zu arbeiten, das mit seinem Tod am 29. März 1982 noch immer nicht abgeschlossen war.
Die elf-CD-Edition der Deutschen Grammophon würdigt das Werk Carl Orffs mit verschiedenen Gesamteinspielungen wichtiger seiner Werke ausführlich. Neben der “Carmina Burana” sind das etwa die “Catulli Carmina” nach Gedichten des römischen Schriftstellers Catull aus dem Jahre 1943, sowie de “Trionfo di Afrodite”. Dieses zusammengehörende Triptychon dirigierte Eugen Jochum. Für “Die Bernauerin”, ein “bairisches Stück”, eine Art “Welttheater”, schrieb Orff Musik und Libretto – die Box enthält eine Aufnahme mit Ferdinand Leitner.
Weniger bekannt sind die drei Antiken-Opern, zu der neben der Vertonung des originalen Aischylos-Textes “Prometheus” in altgriechischer Sprache auch “Antigonae” und “Oedipus der Tyrann” nach Sophokles in der Übersetzung von Friedrich Hölderlin gehören – beide sind Bestandteil der Box.
Eine Bonus-CD enthält u.a. die Bearbeitung der Monteverdi-Komposition “Lamento d’Arianna” (“Klage der Ariadne”). Neben den schon genannten kommen auch Dirigenten wie Rafael Kubelik, Ferenc Fricsay, Herbert von Karajan und Hermann Scherchen zum Zuge. Auch die Besetzung der Solisten – hochkarätig: Gundula Janowitz, Dietrich Fischer-Dieskau, Peter Schreier, Ernst Haefliger um nur einige zu nennen.
Zu seinem berühmtesten Werk sagt Orff einmal: “Wenn heute die ‘Carmina Burana’ in aller Welt gespielt werden, so ist mir meine Musik nicht so wichtig, sondern dass die abendländische Kraft dieses Dichtwerkes bindend verstanden wird, und dass dies wieder bindend wirkt”.

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