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Biografie 2025

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09.05.2025

lovehead

“fanta lustig” EP

05.12.2025

 
Am Anfang des Erwachsenwerdens wartet eine so dichte Folge von Enden und Anfängen
wie sonst kaum im Leben. Dazwischen quetschen sich immer wieder noch kleine
Abenteuer und allerlei Side-Plots. Gut also, dass lovehead mit ihrer Debüt-EP „fanta
lustig“ ein ungefiltert-quirliges Panorama des chaotischen Alltags ihres Coming of Age
festgehalten haben.
 
Die neun Songs feiern mit einer ausgestreckten Hand kleine Augenblicke, die sich groß
anfühlen, unerschöpfliche Neugier und das selbstbewusste Abstecken der eigenen
Grenzen. „fanta lustig“ ist eine erste Wegmarke in der Band-Biografie, die jetzt schon so
aufregend klingt wie die Musik von lovehead selbst. Ihre Mischung aus partytauglichem
Indie-Rock mit rohem Grunge-Einschlag und intuitivem Songwriting hat sich mit fast
provozierender Leichtigkeit durch die deutschsprachige Indie-Szene gespielt. Dieser Stil
fußt auch darauf, dass in ihren Songs immer eine gemeinsame Perspektive eingefangen
wird. Fast alle Songs schreiben und singen sie gemeinsam, immer spielen sie sich ihre
Ideen ganz natürlich hin und her. Bei Anna, Leni und Mara drängt niemand in den
Mittelpunkt.
 
Gestartet im Burgenland als Proberaum-Band für mehrere Jahre, ging es mit dem ersten
Schritt raus an die Öffentlichkeit Anfang dieses Jahres für die drei ziemlich rasch mit
eigentlich allem, was lovehead betrifft. Ihr allererster Song „denkst du an mich“ kletterte
aus dem Stand an die Spitze der landesweiten Radiocharts des ORF-Senders FM4. Sie
angelten sich nicht nur ein Management und einen Plattenvertrag für alles, was rund um
Musik etwas weniger Spaß macht, um sie formt sich auch ein kleines Team aus Freunden
in Wien, mit denen unter anderem ihre ersten Musikvideos entstehen. In letzter
Konsequenz bekommt in diesem Umfeld auch die „fanta lustig“ EP den Feinschliff.
 
Geschrieben haben Anna, Leni und Mara diese Songs bereits, bevor lovehead den
Indie-Kickstart des Jahres hingelegt haben. Dementsprechend gewähren Songs wie der
eröffnende Titeltrack Einblicke in die Erfahrungen und Gefühle von lovehead, als der
Proberaum in erster Linie Schutzraum für drei Jugendliche aus dem Burgenland war und
das Zentrum des Lebens nicht im Band-Van, sondern im Klassenzimmer lag.
 
Dass sie sich aber auch außerhalb schützender Wände nicht wegducken müssen und
wollen, hat schon ihre zweite Single „erdnussallergie“ im Frühjahr unter Beweis gestellt.
Die bescherte lovehead nicht nur ihren ersten viralen TikTok-Hit, sondern verpackt in
konfrontativ-spaßigem Indie-Rock auch eine Absage an alle, die das Genre nur aus der
Perspektive ewig-trauriger Männer denken wollen.
 
Ein Selbstbewusstsein, das sie in „veränder mich“, dem Outro der „fanta lustig“ EP,
noch einmal deutlicher in die Richtung aller engstirnigen und unsensiblen Bullies in ihrem
Leben formulieren. „Gestern Nacht hab ich nur für mich getanzt, weil ich weiß, dass du
wieder Kommentare machst. Über mich und wie ich bin – dann mag ich mich nicht, wie
ich bin“ konfrontiert Anna in ihrer Strophe über stachelige Gitarren-Sounds die ihr
entgegengebrachte, verunsichernde und verletzende Überheblichkeit und teilt so ihren
Mut.
 
Diese offensiven Momente reihen sich neben einer Menge Witz, Unbeschwertheit und den
Augenblicken großer Umbrüche ein. Das merkt man, wenn in „denkst du an mich“ dabei
zuhört, wie eine Freundschaft sich nach der Schulzeit langsam beginnt, sich zu lösen.
Oder wenn lovehead in einer Bar einen Korb an „anthony“ verteilt und in „sex am see
einen ungezügelten Spätsommer-Tag genießen. Wenn man seine eigene Jugend so
ehrlich und transparent für sich selbst aufnimmt, dann lässt man auch Ballast zurück und
findet Abschlüsse für sich. In „lieder für mich“ brechen sie endgültig mit Erinnerungen an
ein altes Ego und lassen in einem kathartischen Screamo-Moment alle Restlast hinter
sich.
 
Und weil man bei so einer Ausgangslage absolut keinen Grund hat, vom Gas zu
gehen, werden lovehead nur ein paar Wochen nach dem Release ihrer ersten EP
natürlich direkt auf ihre erste Headline-Tour durch Deutschland, Österreich und die
Schweiz aufbrechen. Nach über 40 Shows in ihrem ersten, unglaublich aufregenden
Festival-Jahr und Support für Berq, Provinz und 01099 wissen lovehead mit Sicherheit,
dass sie auch auf der Bühne einfach sie selbst bleiben können. Jeder der Clubs auf ihrem
ersten eigenen Tour-Plakat verspricht klebrige Böden, den Geschmack eines Vodka-
Kirschsaft und jede Menge Schweiß in der Luft. Vielleicht gründen im Publikum sogar ein
paar Freundinnen hier und da eigene Bands. Einfach, weil‘s Spaß macht. Denn genau
darin liegt die Kraft von lovehead und der „fanta lustig“ EP: Sie zeigen, dass man alles
ausprobieren, aufnehmen und erzählen kann, wenn man in guter Gemeinschaft ist.

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