Ein Leben ohne die Bühne, ohne das Schreiben von neuen Melodien und ohne das Gefühl, die Massen zu begeistern, ist für
Sir Paul McCartney schlichtweg unvorstellbar. Wer sich die unfassbaren musikalischen Meilensteine des Briten ansieht, stellt sich unweigerlich die Frage, woher dieser Mann nach über sechs Jahrzehnten im Rampenlicht immer noch seine unbändige Energie nimmt.
Er hat alles erreicht, was man in der Musikindustrie erreichen kann, jeden erdenklichen Rekord gebrochen und die Popkultur für immer verändert. Egal ob Großeltern, Eltern oder Teenager. Seine Kompositionen haben die einzigartige Kraft, Menschen jeden Alters tief zu berühren und zu vereinen. Dennoch brennt das Feuer in ihm unermüdlich weiter auch, wenn Rückschläge dabei sind. Aber wie schafft er das?
Die pure Magie des Songwritings
Für
McCartney ist das Komponieren keine Arbeit, sondern eine tiefgreifende Faszination, die mit den Jahren niemals verblasst ist. Schon damals, als die Fab Four in den verrauchten Clubs von Liverpool und Hamburg Nächte durchspielten, ging es in erster Linie um den rauen, unverfälschten Spaß an der Musik. Während viele Künstler nach einigen erfolgreichen Jahren den kreativen Rückzug antreten, spürt McCartney noch immer denselben Kitzel, wenn er sich an ein Klavier setzt oder zur Gitarre greift. In einem ausführlichen
Interview fasste er genau diesen Antrieb perfekt zusammen:
„Es ist diese Art von magischem Prozess, den ich liebe, bei dem man etwas aus dem Nichts erschafft.“ Es ist dieser Moment der Entstehung, das Suchen nach dem nächsten Akkord und die plötzliche Geburt einer Melodie, die ihn faszinieren.
Manche seiner Songs kann er trotzdem nicht mehr hören
Wer über ein halbes Jahrhundert lang ununterbrochen Musik veröffentlicht, produziert nicht nur makellose Meisterwerke, eine Tatsache, die der Brite erfrischend offen zugibt.
Trotz seines Status ist McCartney oft sein eigener härtester Kritiker geblieben. Er reflektiert seine kreativen Phasen schonungslos. In einem Diskurs über sein musikalisches Erbe, der heute im Archiv des
The Paul McCartney Project dokumentiert ist, wurde er gefragt, ob der Vorwurf berechtigt sei, seine Musik sei nach den Beatles phasenweise zu seicht geworden. Seine Antwort gegenüber Rolling Stone 1986 zeugt von bemerkenswerter Größe:
„Ja, das stimmt bestimmt. Man kann nicht immer alles richtig machen. […] Ich weiß, dass es ziemlich viele Titel auf meinen Alben gibt, die ich heute einfach nicht mag. Wie ‚Bip Bop‘ von Wild Life – oh Gott, das kann ich mir nicht anhören; es führt einfach zu nichts.“
Doch genau dieses Bewusstsein für das eigene Scheitern motiviert ihn. Er hakt schwächere Tracks ab und sucht weiter nach dem nächsten großen Wurf.
Und doch macht Paul McCartney weiter
Für McCartney ist die Musik keine Einbahnstraße, sondern ein atemloser, generationenübergreifender Dialog mit seinen Zuhörern auf der ganzen Welt.
Er liebt es, zu spüren, wie seine Songs die Menschen bewegen und den Soundtrack für unzählige Lebensgeschichten bilden. Es ist der kollektive Moment, in dem zehntausende Stimmen im Stadion denselben Refrain singen, der ihn im Herzen jung hält.
Diese intensive Verbindung zu den Fans ist der ultimative Motor, der ihn dazu bringt, die immense körperliche Anstrengung monatelanger Tourneen immer wieder auf sich zu nehmen. Durch diesen Austausch erhält er stetig frische Impulse, die ihn als Künstler weiterwachsen lassen.
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