Seong-Jin Cho | Biografie

Biografie

Aufgrund der Covid−19-Pandemie können wir momentan keine zuverlässigen Aussagen bezüglich der jetzigen und kommenden Spielzeit machen.
»Cho, gerade einmal Mitte Zwanzig, spielt nicht nur mit Elan, sondern auch tiefgründig und sensibel … Er glänzte im träumerischen zweiten Satz, den er zu einer sich langsam entfaltenden Fantasie ausspann, die man immer weiter hören möchte.« 
The Washington Post, Rezension zu einer Aufführung von Ravels Klavierkonzert in G-Dur, April 2019
Es ist die Verbindung von gedanklicher Tiefe und Ausdruck, durch die Seong-Jin Cho sein Publikum berührt. Die musikalische Reife und die künstlerischen Fähigkeiten des preisgekrönten Pianisten sicherten ihm breite Zustimmung des Publikums und der Kritik. Das Wall Street Journal feierte ihn als »Meister der virtuosen Miniatur«, aber er erhielt ebenso viel Beifall für seine ausdrucksvollen Interpretationen von Konzerten und großen Solowerken verschiedenster Komponisten von Mozart bis Schostakowitsch.
Der südkoreanische Pianist wurde schlagartig weltberühmt, als er im Oktober 2015 den ersten Preis beim 17. Internationalen Chopin-Wettbewerb gewann. Als Deutsche Grammophon sofort Mitschnitte von Chos Wettbewerbsaufführungen herausbrachte, sprang das reine Chopin-Album allein durch seine Vorbestellungen auf Platz 1 der südkoreanischen Pop-Charts. Es schaffte innerhalb einer Woche nach Erscheinen im November 2015 in Südkorea Verkaufszahlen von Dreifach-Platin und hatte schon bald eine weltweite Fangemeinde. Im Januar 2016 unterzeichnete Cho einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon.
Sein neuestes Album für das gelbe Label, The Wanderer, erscheint international am 8. Mai 2020. Es beginnt mit Schuberts gewaltiger »Wanderer-Fantasie« D 760 und schließt mit Liszts legendärer Sonate in h-Moll, einem Werk, dessen Dimension und Komplexität den Einfluss der »Wanderer-Fantasie« erkennen lassen. Dazwischen steht Bergs Klaviersonate op. 1, die ihrerseits Liszt verpflichtet ist.
The Wanderer folgt auf Chos Mozart-Album, das im November 2018 herauskam. Er spielte darin die Sonaten KV 281 und KV 332 sowie das Konzert Nr. 20 in d-Moll KV 466 mit Yannick Nézet-Séguin und dem Chamber Orchestra of Europe (»Cho erweist sich als geborener und bedeutender Mozart-Interpret«, The Times). Seine vorherige Veröffentlichung hatte ein reines Debussy-Programm. Das im November 2017 erschienene Album bot anlässlich des 100. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2018 neben den beiden Serien von Images auch L’Isle joyeuse, Suite bergamasque und Children’s Corner. Die Kritiker waren begeistert, der Telegraph beispielsweise rühmte die ungewöhnliche Leistung des Pianisten bei der Wiedergabe »der für Debussy charakteristischen Kombination von Erhabenheit, quecksilbriger Leichtigkeit und plötzlicher Leidenschaft«. Chos erstes Studio-Album für das gelbe Label war ein Jahr zuvor erschienen und enthielt Werke, die der Pianist als sein »Traum-Repertoire« beschrieb – Chopins vier Balladen, die in Hamburg aufgenommen wurden, und sein Klavierkonzert Nr. 1 in e-Moll, aufgenommen in den Abbey Road Studios mit dem London Symphony Orchestra und Gianandrea Noseda.
1994 in Seoul geboren, begann Seong-Jin Cho mit sechs Jahren Klavier zu spielen, und mit 11 Jahren trat er erstmals öffentlich auf. Im September 2008 gewann er in Moskau den 6. Internationalen Chopin-Wettbewerb für Nachwuchspianisten und im Jahr darauf den Internationalen Hamamatsu-Klavierwettbewerb in Japan. Nachdem er 2012 nach Paris gezogen war, um am dortigen Conservatoire bei Michel Béroff zu studieren, hat er jetzt seinen Wohnsitz in Berlin.
Den Weg zu seinem Sieg beim ruhmreichen Internationalen Chopin-Wettbewerb ebneten jeweils dritte Preise beim Tschaikowsky-Wettbewerb 2011 in Moskau und beim Arthur Rubinstein International Piano Master Competition 2014 sowie Konzertauftritte mit führenden Dirigenten und Orchestern. Cho arbeitet seitdem regelmäßig mit bedeutenden Musikern wie Vladimir Ashkenazy, Myung-Whun Chung, Valery Gergiev, Vasily Petrenko, Mikhail Pletnev, Esa-Pekka Salonen und Yuri Temirkanov sowie internationalen Spitzenorchestern wie den Berliner Philharmonikern, der Tschechischen Philharmonie, dem Concertgebouworkest, Orchestre de Paris, Mariinski-Orchester, NHK Symphony Orchestra, den Münchner Philharmonikern, Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und Philharmonia Orchestra.
Zu Beginn seiner Spielzeit 2019/20 trat Cho bei der Saisoneröffnung des Hong Kong Philharmonic Orchestra mit Jaap van Zweden auf, anschließend gab er Recitals in Singapur, Seoul, Tongyeong und Tokio. Im Oktober folgten weitere Recitals in Europa auf einer Tournee, zu der sein Debüt in Hamburg (in der Laeiszhalle) sowie Auftritte in Düsseldorf und St. Petersburg gehörten. Er kehrte nach Asien zurück für Konzertreisen mit dem Philadelphia Orchestra und Yannick Nézet-Séguin sowie dem WDR Sinfonieorchester und Marek Janowski. In den USA trat der dann unter Leitung von Gustavo Dudamel erstmals mit dem Los Angeles Philharmonic auf. Ende 2019 spielte er Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 1 mit dem Orchestre National de France und James Gaffigan in Paris, Aix-en-Provence und Chalon-sur-Saône. Im neuen Jahr kehrte er für weitere Debüts nach Nordamerika zurück, diesmal mit den Symphonieorchestern von Toronto und Pittsburg unter Leitung von Sir Andrew Davis bzw. Manfred Honeck. 
2/2020
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