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Víkingur Ólafsson kündigt CONTINUUM II an, sein neues Album mit Musik von J. S. Bach

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17.07.2026
Ólafssons Bearbeitung des Air aus der Orchestersuite Nr. 3:
erste Single ab 17. Juli hier 
anschauen und streamen
Das Album erscheint am 13. November 2026 bei Deutsche Grammophon
Seit mehr als 30 Jahren spielt Víkingur Ólafsson täglich ein wenig Bach. »Bach ist zu meinem Tagebuch geworden«, sagt der Pianist. »Seine Musik zu spielen ist die eine Konstante in meinem Leben.« Dieses lebenslange Zwiegespräch setzt sich mit CONTINUUM II fort, der zweiten Edition seines gefeierten CONTINUUM-Projekts und dem ersten Album, das ganz in seinem neuen isländischen Heimstudio The Nutshell aufgenommen wurde. Auf CONTINUUM II treffen Originalwerke für Tasteninstrument auf neue Bearbeitungen und Transkriptionen. Das Album erscheint bei Deutsche Grammophon am 13. November 2026 digital, auf CD und als LP. Die erste Single – Ólafssons eigene Bearbeitung von Bachs Air aus der Orchestersuite Nr. 3 (Fassung für Flügel) – kommt am 17. Juli heraus, gefolgt vom Larghetto aus dem Konzert Nr. 1 D-Dur BWV 972 (nach Vivaldi) am 14. August.
»Ich hatte nie die Ausdauer, länger als ein paar Wochen ein Tagebuch zu führen. Aber seit über 30 Jahren spiele ich täglich ein wenig Bach am Klavier. Das ist die eine Konstante in meinem Leben, ganz gleich was sonst gerade vor sich geht. Seine Musik zu spielen ist eine Art, die persönliche Erfahrung in Beziehung zum Universellen zu setzen. Selbst die eigene Verortung in Zeit und Raum wird dabei fast nebensächlich. Bach schrieb einige seiner größten Werke für ein sehr kleines Publikum, in einer Zeit, in der man ihn für altmodisch hielt, für einen Mann der Vergangenheit. Heute wissen wir, dass er in Wahrheit für uns alle komponierte, für die Zukunft. Wenn ich Bach spiele, werde ich daran erinnert, dass die historischen Epochen in der Musik nur Vorstellungen sind, die wir dem überstülpen, was im Kern ein Kontinuum ist: ein nie abreißender Faden, der uns alle verbindet, ein fließendes Wasser, das durch uns hindurchströmt – was die Deutschen ja einen Bach nennen. Dieses Aufnahmeprojekt heißt Continuum. Es ist mein persönliches Bach-Tagebuch, ein fortwährendes Zwiegespräch mit seiner Musik und eine Hommage an seine Kunst.«
Ólafsson veröffentlichte die erste Edition von CONTINUUM im Oktober 2024. Seither hat er für seine Einspielung von Bachs Goldberg-Variationen seinen ersten GRAMMY® gewonnen, weltweit die Marke von einer Milliarde Streams überschritten (die Hälfte davon mit Bach-Repertoire) und The Nutshell gebaut: ein teakholzvertäfeltes Aufnahmestudio unter seinem Haus in Island, das sich auch aus der Ferne steuern lässt.
Als Ólafsson 40 wurde, begann er darüber nachzudenken, wie das nächste Jahrzehnt seines Lebens aussehen sollte. Eine Vorstellung sprach ihn besonders an, die Freiheit, ganz spontan Aufnahmen zu machen. »Wenn mich die Lust packt«, sagt er, »kann ich jetzt einfach spät nachts im Schlafanzug nach unten in den Nutshell schlendern, ein paar Knöpfe drücken und etwas aufnehmen.«
In genau diesem Spirit ist CONTINUUM II entstanden. Als Ólafssons erstes echtes »album domesticum« macht es sich Musik zum Thema, die mit dem Zuhause verbunden ist: intime, nachdenkliche Werke, die Bach von seiner persönlichsten Seite zeigen. Den Kern bilden sechs Choräle, die Ólafsson auf dem Klavier spielt, darunter Wie schön leuchtet der Morgenstern, BWV 436; Welt, ade!, BWV 27/VI; und Es ist genug, BWV 60/V.
»Ich habe sie noch nie als Klavieraufnahme gehört«, sagt Ólafsson. »Doch so offenbaren sie sich ganz neu. Besonders liebe ich, wie sie im zerbrechlichen Klang des Klaviers wirken.«
Es war der Produzent Christopher Tarnow, der vorschlug, eine Bearbeitung des frühen Orgelchoralvorspiels Erbarm dich mein, o Herre Gott aufzunehmen. »Ich hatte das noch nie gehört, muss ich zugeben. Bach schrieb es mit etwa 20, und als ich es zum ersten Mal spielte, war mir sofort klar, dass es die Art von Musik ist, die einen für immer begleitet. Seine trostlose Schönheit, seine schier unvorhersehbare Harmonik, sein Lamentoso-Charakter, der fast an ein Lied des 19. Jahrhunderts denken lässt … Wir können nicht wissen, was hinter der nächsten Ecke liegt, aber wir möchten, dass Bach uns an die Hand nimmt und uns dorthin führt. Es ist ein Werk, das ich, einmal begonnen, immer weiterspielen möchte.«
Für das Album nahm Ólafsson seine eigene Bearbeitung von Bachs Air aus der Orchestersuite Nr. 3 (auch bekannt als Air auf der G-Saite) auf dem Flügel und auf dem Klavier auf. Die Partitur widmete er György Kurtág als Geschenk zu dessen 100. Geburtstag Anfang dieses Jahres.
Zu hören sind außerdem das Largo aus dem Cembalokonzert Nr. 5 f-Moll; Ólafssons Bearbeitung des Adagios aus der Violinsonate Nr. 5 f-Moll für Klavier, Streichquartett und Kontrabass, eingespielt mit dem Siggi String Quartet und dem Bassisten Xun Yang; sowie das Larghetto aus dem Konzert Nr. 1 D-Dur, einer eigenen Bearbeitung Bachs nach einem Vivaldi-Original.
CONTINUUM II schließt mit sechs kurzen Präludien, die Bach als Übungsstücke für seine Schüler schrieb, darunter auch seine eigenen Kinder. Hier spiegelt sich der häusliche, intime Charakter des Albums. Trotz der Kürze, so Ólafsson, haben die Stücke eine bemerkenswerte Tiefe. »Jedes einzelne ist eine inspirierte Miniatur, eine musikalische Welt in sich. In dieser Einspielung auf dem Flügel wird mir einmal mehr deutlich, dass einige von Bachs tiefsten Gedanken zugleich zu seinen dichtesten zählen.«
Die erfolgreiche Zusammenarbeit von Ólafsson mit Olafur Eliasson – seine Aufführung von Bachs Goldberg-Variationen beim Lucerne Festival Pulse, begleitet von Eliassons immersiver Lichtinstallation in Echtzeit – wird ab dem 18. Juli weltweit auf STAGE+ gestreamt.
Zu den kommenden Höhepunkten zählen Recitals mit Bach, Beethoven und Schubert beim Edinburgh International Festival (22. August) und drei weitere in der Wigmore Hall in London (10.–12. September); eine Europatournee mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 5, gemeinsam mit dem Royal Concertgebouw Orchestra und Santtu-Matias Rouvali, mit Stationen im Concertgebouw Amsterdam, beim Lucerne Festival, beim Grafenegg Festival und in der Philharmonie de Paris (26. August–3. September); die Uraufführung von Mark Simpsons Klavierkonzert mit dem London Philharmonic Orchestra und Edward Gardner in Londons Royal Festival Hall (23. Oktober); eine Recital-Tournee durch Südkorea, China und Taiwan im Oktober und November sowie Brahms’ Klavierkonzert Nr. 1 mit den Berliner Philharmonikern und Kirill Petrenko in Baden-Baden (4. Dezember).

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