John Coltrane | News | Späte Auszeichnung - Platin für "A Love Supreme"

Späte Auszeichnung – Platin für “A Love Supreme”

v.l.n.r.: Jamie Krents (Executive Vice President Verve & Impulse! Records), Michael Frisch (Anwalt Coltrane Estate), Ravi Coltrane, Michelle Coltrane, Ken Druker (Vice President Jazz Development Verve)
(c) Meredith Truax
18.11.2021
“Mit Jazz erreicht man kein großes Publikum”, ist ein Satz, den Jazzmusiker nur allzu gut kennen. Zu hören bekommen sie ihn seit etlichen Jahrzehnten regelmäßig. Wie kurzsichtig diese Einstellung sein kann, zeigt sich nicht zuletzt bei herausragenden Alben wie John Coltranes “A Love Supreme”. Tatsächlich hat sich das Album schon gleich nach der Veröffentlichung 1965 für Jazzverhältnisse glänzend verkauft. Produzent Bob Thiele von Impulse! Records sprach einmal von einem “Bestseller, der es in den sechsstelligen Bereich schaffte”. Eine Leistung, die um so erstaunlicher ist, da das Album keine Interpretationen bestens bekannter Jazzstandards enthielt, sondern eine ambitionierte vierteilige Suite.
Vor allem aber entwickelte sich “A Love Supreme” danach zu einem wahren Dauerbrenner. 2001 knackte das Album die Schallgrenze von 500.000 verkauften Einheiten und wurde mit Gold ausgezeichnet. Und seitdem scheint die Nachfrage, sicherlich auch befeuert durch diverse Sondereditionen und erst spät entdeckte Live-Aufnahmen der Suite, nur noch gewachsen zu sein. Denn am 10. November gab die RIAA (Recording Industry Association of America) bekannt, dass “A Love Supreme” mit mehr als 1 Million verkauften Einheiten in den USA nun endlich Platin-Status erreicht hat.
Zu einer Platinauszeichnung gehört auch eine Verleihung. Im Namen ihres Vaters nahmen Ravi und Michelle Coltrane, Sohn und Tochter von John und Alice Coltrane, eine Platinschallplatte im Coltrane-Haus in Dix Hills, Long Island, N.Y., entgegen, wo John Coltrane damals die berühmte Suite komponierte. Auf dem Foto der Verleihung sind auch die ebenso stolzen Impulse!-Mitarbeiter Jamie Krents (Head of Verve and Impulse! Records) und Ken Druker (Vice President Jazz Development) zu sehen.
Um den Meilenstein musikalisch gebührend zu feiern, hat Impulse! Records mit “A Love Supreme: The Platinum Collection” eine digitale Veröffentlichung zusammengestellt, die erstmals alle bisher bekannten Versionen der Suite versammelt. Sie beginnt natürlich mit dem Originalalbum von 1965, gefolgt von zwei im selben Jahr entstandenen seltenen Konzert-Mitschnitten, einem aus Antibes/Frankreich und einem weiteren aus Seattle, der erst vor kurzem als Album unter dem Titel “A Love Supreme: Live In Seattle” erschienen ist. Abgerundet wird die Collection durch Outtakes und alternativen Aufnahmen.
Bei Apple Music, Amazon Music und Tidal ist zudem erstmals eine “A Love Supreme”-Version in Dolby Atmos Spatial Audio, einem besonders hochwertigen Surround-Sound-Format, erhältlich.
Auf CD und LP gab und gibt es das legendäre Album ja schon lange und ebenfalls in vielen Ausgaben. Für Audiophil-Fans mit Interesse (und Geldbeutel) für eine wirklich rare, besondere LP-Ausgabe bringen zu guter Letzt die österreichischen Analog-Spezialisten der Firma Supersense “A Love Supreme” zudem noch in einer auf nur 99 Exemplare (!) limitierten High-End-Vinyl-Pressung innerhalb ihrer exklusiven “Mastercut Edition Serie” heraus.
 

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