„Hotel Tiavo“ (VÖ: 28. August 2026)
Kein Campingtrip und keine FeWo, kein olles Balkonien und bloß kein Wohnmobil: Im Spätsommer 2026 öffnet mit dem „Hotel Tiavo“ der ultimative Sehnsuchtsort für Music- und Madness-Lover seine Pforten. Ein Ort, der schon jetzt so sagenumwoben wie das „Hotel California“ oder das „Blue Hotel“ ist, der mehr Gefühle und Geschichten, Stories und Stimmungen vereint als jedes „Heartbreak Hotel“. Angekündigt von etlichen 5-Sterne-Vorboten, klingen die Hotel-Gründer Tiavo auf ihrem fünften Album so energiegeladen, eklektisch und eingängig wie nie zuvor. Reservierungen fürs Doppelalbum, das ab dem 28. August in etlichen Konfigurationen und Bundle-Deals erhältlich ist, sind bereits möglich.
Es gibt Probleme, die noch älter sind als die Frage nach den idealen Urlaubsplänen. Ja, dieses Dilemma beschäftigt die Menschheit genau genommen schon immer: Zu viel Freiheit, zu viel Offenheit führt zu Formlosigkeit, Beliebigkeit, Randomness. Zu viel Form hingegen birgt immer auch die Gefahr der Erstarrung, des Gefangenseins. Indem sie eine temporäre und eigentlich immobile Behausung ins All feuern und die fiktionale Belegschaft ihres Abenteuertrips maximal durchmischen, überwinden Tiavo dieses uralte Problem und definieren den ultimativen Sweet Spot: Sie kreieren einen „Ort, der Platz hat für jede noch so verrückte Idee und die Vielfältigkeit, die Xaver und mich musikalisch und künstlerisch ausmacht“, schrieb Sänger Leandros in den Socials. „Ein Ort, der uns viel Freiheit bietet, um uns auszuleben und dennoch einen Rahmen schafft.“ Ein Framework also, das trotzdem riesige Freiräume bietet. Oder gleich nochmal in seinen Worten: „Euch erwartet eine Welt, so detailreich wie eine Einkommenssteuererklärung, so aufregend wie eine Achterbahnfahrt und einfach mit unglaublich viel Liebe gemacht!“
Tatsächlich spielen Tiavo schon immer in ihrer ganz eigenen Liga, was derartige Befreiungsschläge, Grenzgänge und Sweet Spots angeht. Denn genau genommen sind sie in mehrfacher Hinsicht wahre Meister des Resets: Ihre Songs resetten Geist und Body, die Shows lösen Verspannungen. Ihre Hymnen verbinden Tiefsinn und Nonsens, verknüpfen Synapsen, machen immer wieder alles neu. Eigentlich kein Wunder, wo sie sich doch auch selbst immer wieder neu erfunden und künstlerisch den Reset-Button gedrückt haben – so dass man fast schon von unterschiedlichen „Eras“ sprechen muss. (Und das, obwohl das alles doch gerade mal erst gut 10 Jahre waren).
Denn während „die Band mit dem Fernseherkopf“ zuletzt eher unter Hashtags wie #ndw und #neuedeutschewelle zu finden war, haben sich Tiavo noch nie dauerhaft auf einer Genrebaustelle aufgehalten: Angefangen als Rap- bzw. Crossover-Projekt, brachte der 2016er EP-Titel „Fast unfassbar“ die Sache tatsächlich schon ziemlich gut auf den Punkt. Anfangs ein Duo, das sich mittlerweile als Kollektiv bezeichnet, ging schon das erste Album „Oh Lucy“ (2018) in die deutschen Top−25. Wenig später bereits mit US-Schwergewichten wie Machine Gun Kelly oder auch Mike Shinoda (Linkin Park!) auf Tour, absolvierten Tiavo in diesem Jahrzehnt dann den ultimativen Reboot – inklusive Personal-Update, Sound-Update, Vibe-Update und endlos vielen Liveshows auf immer größeren Stages.
Spätestens mit dem Neuzugang von Producer Xaver positionierten sie ihren Sound komplett neu zwischen German Indie-Gitarren, hyperaktiven Synthie-Sounds & Co. – was ihnen noch mehr Fans und noch mehr hochtrabende Vergleiche bescheren sollte (u.a. „das Ende der Tristesse“). Schon immer primär an Stimmungen und Vibes interessiert, knüpfte die Saarbrücker Band um Leandros Miltiadis Nassioudis und Xaver Johannes Held mit dem Vorgängeralbum „absolute gewinner“ (2024) dann in der Tat eher ans Erbe von Falco, Rio Reiser und den NDW-Greats an, um ab sofort auch verwegene 70s Genres (Prog, Kraut, Disco & Co.) als Inspirationen fürs neue Hotellerie-Chapter ins Spiel zu bringen…
„In meiner ersten Karriere war alles immer ziemlich traurig – aber inzwischen ist der Grundtonus sehr positiv. Es ist schon mehr Unterhaltung“, gibt Leandros zu bedenken, dessen rasante Gedankengänge, Ideen- und Assoziationsergüsse auch ohne Musik richtig unterhaltsam sind. Als Kreativcamp seit ein paar Jahren in „so einer Lagerhalle in Saarbrücken“ beheimatet, die sie zu Studios umgebaut haben, treffen bei Tiavo durchaus auch Gegensätze aufeinander: „Ich will unbedingt live Musik machen, ich brauche Futter“, sagt der Sänger und fügt im selben Atemzug hinzu, dass „Xaver eigentlich gar nicht live spielen müsste: Der ist so ein richtiger Studio-Nerd. Wobei: Wenn wir dann erst mal unterwegs sind, dann feiert er das auch.“
Im nächsten Herbst werden sie auch mit ihrem mobilen und easy weltalltauglichen „Hotel Tiavo“ erneut nonstop unterwegs sein – und 5-Sterne-Hits wie „discothèque with u“, „spaß am glas“, „immer sommer“ und „underwater aerobic“ live präsentieren. Ein absolut wilder Ort, der nicht nur zum Tanzen einlädt, ist „Hotel Tiavo“ zugleich das erste „richtige“ Konzeptalbum der Band: Nachdem sich der gefeierte „absolute gewinner“-Vorgänger eher beiläufig zu einem ultrasaarländischen „Einfache-Leute“-Konzeptalbum entwickelt habe, wollten Leandros, Xaver & Co. dieses Mal einen konzeptionellen Rahmen abstecken, der dennoch richtig viel Raum für Neues bietet – neue Einflüsse, neue Perspektiven, neue Umwege über den Indie-Dancefloor und durchs Tiavo-Universum.
„Ja, das ist tatsächlich neu für uns: Wir erzählen nicht mehr nur unsere Geschichten“, so Leandros, der es offensichtlich maximal genießt, all die kreativen Freiräume und Potenziale des Hotellerie-Framings zu erkunden. „‘Hotel Tiavo’ ist ein Ort, wo die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Geschichten Platz finden – und das aus den unterschiedlichsten Gründen… was uns die Möglichkeit gibt, jedes erdenkliche Thema anzugehen, auf das wir Bock haben.“ Ein flüchtiger Blick aufs Hotel-in-Space-Cover lässt erahnen, wie weit sie gehen mit diesen Freiräumen ;)
So hätten sie jede freie Minute zwischen den „unendlich vielen Liveshows“ im vergangenen Jahr (allein 100TKM auf der Autobahn in 2025!) genutzt, um eine komplette neue und maximal anekdotenreiche Welt zu bauen – ihr „Hotel Tiavo“. Auch klanglich lehnen sich Tiavo nach den jüngsten NNDW-Styles noch ein gutes Stück weiter aus dem Fenster, sprengen sich den Weg frei und legen für noch mehr Beinfreiheit auch mal zwei Suiten zusammen: „Einerseits ist da immer noch unser Synthwave-Sound, der sich seit der Neugründung durchzieht“, mostly auf Deutsch natürlich, „aber dazu gibt es immer mehr Songs, die gar nicht unbedingt in den Achtzigern verwurzelt sind“, so Tiavo.
Un peu „französischer“ klinge das gelegentlich, so Xaver, und vor allem spielen neben den Eckpfeilern Synth + Wave + Fun auch wilde Exkurse aus den Seventies eine Rolle – mehr Rock und Prog, mehr Kraut und Disco (siehe „discothèque with u“). Abgerundet mit noch einem Schuss French-Wave, Dreampop und einer Überdosis Arpeggio-Spaß wird man in der Lobby des Hotels eigentlich immer irgendwen antreffen, der gerade mit Krawatte das Tanzbein schwingt. Ein Page verrät: „Das Hotel ist ein sehr wilder Ort, der sich viel erlaubt…“
Nachdem Tiavo selbst „The Liegestuhl“ einen eigenen Track widmen, packen sie spielerisch die Koffer und werfen alle Hüllen von sich, um kollektiv ein bisschen „underwater aerobic“ zu machen. Letztere Peak-Workout-Single („to the right/to the left“) zeigte nicht nur sehr gut, was die Jungs mit den Gästegeschichten genau meinen (hier sind’s die Ü−50-Girls Rita, Beate und Elisabeth, die ihre Daydreams nicht ganz unter Kontrolle haben) – sondern auch wie ernst sie es meinen mit dem Welten-Bauen und dem Diese-Welten-dann-auch-in-die-echte-Welt-überschwappen-Lassen: Pünktlich zum Frühlingsanfang haben Tiavo es doch tatsächlich geschafft, zwei Bademeister zu überreden, ihre Bäder für exklusive Schwimmbad-Konzerte zu öffnen: so geht „underwater aerobic“ IRL, so sieht also der echte Spa-Bereich vom „Hotel Tiavo“ aus, wenn er mal kurz in Brühl oder Germering zu Gast ist! ??♀️?♂️???
Die Art von Hymne, die man schon mitsingen kann, bevor man sie zum ersten Mal gehört hat, ist auch „Amore Abgrundtief“ – so klingt einseitige Liebe, die einem so sehr den Kopf verdreht, dass alles aus dem Ruder läuft. Insgesamt präsentieren Tiavo inklusive diverser Hotel-Skits gut zwei Dutzend Tracks auf der Doppel-LP und unterstreichen damit immer wieder, dass Stillstand keine Option ist: Der Track „Reset, Reboot, Reload, Restart“ darf ab sofort als heimliches Motto (im Hotel und) im Tiavo-Universum gelten.
„Wie in einem Freizeitpark soll das sein – wo einfach alles stimmt“, beschreibt Leandros das ideale Grand Opening und seine 360-Grad-Idealvorstellung fürs „Hotel Tiavo“, wobei neben Sound, Stories und Visuellem auch ganz andere Dinge (Looks und Requisiten für Launch-Nights, Secret-Tracks mit Sidequests) eine Rolle spielen. „Wir müssen uns immer selber überraschen“, bringt er die entscheidende Hotel-Etikette auf den Punkt und freut sich diebisch darüber, dass man im „Hotel Tiavo“ nicht mal die Bademäntel klauen muss (die gibt’s nämlich im Bundle mit dem Album).
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, so auch die feierliche Eröffnung des „Hotel Tiavo“: 25 Suiten, Schicksale, Storys – nein, Songs (oder: „Hymnen über Mikrothemen, die noch keine Songs haben“), mit denen das saarländische Duo den eigenen Orbit sprengt und sich genau deshalb treubleibt. Man sieht sich in der Hotelbar „Tropical“…