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Zusammenkunft der Generationen — Menahem Pressler und Daniel Lozakovich in der Yellow Lounge

Daniel Lozakovich und Menahem Pressler
© Stefan Hoederath
12.06.2018
Die Yellow Lounge am Abend des 11. Juni lockte klassik-begeisterte Clubgänger ins Berliner Säälchen. Anlass gab der Auftakt der Feierlichkeiten rund um den 120. Geburtstag des gelben Labels. Der Abend erinnerte an ein wahres Familienfest: Bereits vor Beginn des Konzertes entwickelte sich im Publikum eine gesellige Atmosphäre — spannungsvoll das Warten auf zwei außergewöhnliche Künstler. Zu erleben waren mit Menahem Pressler und Daniel Lozakovich das älteste und das jüngste Familienmitglied der Deutschen Grammophon, live vor Ort und vor dem weltweiten Livestream.

Eine Liebeserklärung an die Liebe, die Musik und das Leben

Unter tosendem Applaus betritt der 94-jährige Menahem Pressler die Yellow Lounge Bühne. Sobald der Pianist mit sanftem Anschlag die Tasten berührt, wird es schlagartig still. Andächtig folgt das Publikum jedem Ton — es wirkt so, als würde niemand wagen zu Atmen. Allen Anwesenden ist bewusst, dass sie gerade Zeuge eines einzigartigen Moments sind. So nah und in so intimer Atmosphäre ist eine lebende Legende wie der Gründer des Beaux Arts Trios selten zu erleben. Mit Werken aus der Feder Debussys wie “La Fille aux cheveux de lin”, “La Cathédrale engloutie” und dem weltberühmten Stück “Clair de lune” entführt der Meisterpianist in die Welt des Impressionismus. Für die Zugabe hat Pressler Chopins “Nocturne in Cis-moll” ausgewählt. Zuvor überrascht der 94-Jährige, bezugnehmend auf die Veröffentlichung seines ersten Soloalbums für die Deutsche Grammophon “Clair de lune”, mit einer charmanten und zugleich tief-berührenden Liebeserklärung. Mit den Worten “Es ist mir eine Freude, für ein Publikum zu spielen, das Musik liebt und das Musik so liebt, wie ich sie liebe und das sie mit mir liebt” wendet sich der Künstler zum Publikum. Gewidmet hat er seine Aufnahme mit Werken von Debussy, Ravel und Fauré einerseits der Liebe seines Lebens, seiner Ehefrau, die auch an diesem Abend nicht von seiner Seite wich. Zudem ist es eine Widmung an die andere Liebe seines Lebens, Claude Debussy, dessen einzigartige, wunderschöne Sprache er bewundert. So endete der erste Teil dieser Yellow Lounge mit dem Abgang einer wahren Klavier-Legende. Zurück bleibt ein jubelndes, ergriffenes Publikum.

Virtuoses Spiel und glasklarer Klang

Den zweiten Teil der Familienzusammenkunft bestritt der 17-jährige Schwede Daniel Lozakovich. Gekonnt artikuliert er auf seiner Geige und präsentiert die Ausdruckskraft der Werke Bachs. Derart in den Bann des jungen außergewöhnlichen Geigers gezogen, war jeder noch so sanft und leise gestrichene Ton glasklar zu hören. Bereits die “Partita No.2 in D minor, BWV 1004: 1. Allemande” aus seinem aktuellen Debütalbum beeindruckte das Publikum derart, dass nur mit Staunen von der spielerischen Reife in solch einem jungen Alter gesprochen werden kann. “Bach zeigt dir, wer du wirklich bist” — und so zeigte Daniel Lozakovich durch sein Spiel, was er an den Werken seines Lieblingskomponisten schätzt. Mit Nathan Milsteins “Paganiniana” präsentierte er eine andere Seite seines Talents: hier bewies er neben bewusster Akzentuierung ein fabelhaftes Bogen- sowie rasantes Fingerspiel. Charmant beendete Daniel Lozakovich den Abend der Generationen mit Johann Sebastian Bachs “Partita No.2 in D minor, BWV 1004: Sarabande”.
Mit Bravour demonstrierten der älteste sowie der jüngste Künstler des traditionsreichen Musiklabels bei dieser Yellow Lounge ihr musikalisches Können, das durch die begleitenden Lichtinstallationen von Philipp Geist wie immer zu einem Gesamtkunstwerk wurde.
 

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