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Jon Batiste veröffentlicht zwei Monk-Alben – und sie könnten unterschiedlicher kaum sein

Jon Batiste - Monk Movements
(c) Verve Records
07.08.2026

Jon Batiste und Thelonious Monk: Warum er Monk gleich zwei Alben widmet

Thelonious Monk begleitet Jon Batiste schon lange. Als er dessen Musik für sich entdeckte, hörte er nach eigener Aussage ein ganzes Jahr lang fast nichts anderes. Dabei machte der damals junge Pianist eine einschneidende Erfahrung: Manche kompositorischen Ideen, die er selbst für revolutionär gehalten hatte, hatte Monk längst erforscht. Spuren dieser intensiven Beschäftigung finden sich bereits auf Batistes 2006 aufgenommenem Album „Live in New York: At the Rubin Museum of Art“.
Dass Monk nun gleich zwei Folgen von Batistes Piano Series erhält, ist also kein Zufall. Für Batiste ist er sein Lieblingspianist und zugleich ein Komponist, der einen ähnlichen Rang beanspruchen sollte wie Mozart, dem er zeitgleich ebenfalls eine Folge widmet. Beide betrachtet er als verwandte Geister: Mozart entwickelte seine eigene Sprache im Schatten Bachs, Monk die seine nach Duke Ellington. Vor allem aber bewundert Batiste an Monk die Fähigkeit, höchste musikalische Komplexität unmittelbar zugänglich zu machen. „Monk is for the children, the adults, and the connoisseur“, bringt er es auf den Punkt.

„Monk Movements“ macht aus Jazzstandards zeitgenössische Klassik

Auf „Monk Movements“ kehrt Batiste das Prinzip um, mit dem seine Batiste Piano Series begonnen hat. Auf „Beethoven Blues“ und dem neuen „Black Mozart“ bringt er klassische Werke mit Jazz, Blues und anderen afroamerikanischen Musiktraditionen in den Dialog. Bei Monk nimmt er die Gegenrichtung: Aus den Standards des Bebop-Pioniers werden zeitgenössische klassische Klavierkompositionen.
Dahinter steckt auch eine programmatische Aussage. Batiste will Monk nicht allein im historischen Fach „Jazz“ aufgehoben wissen. Seine Musik soll ebenso selbstverständlich studiert werden wie die Mozarts. Dass Batiste selbst zwischen diesen vermeintlich getrennten Welten zu Hause ist, gehört zur Geschichte der gesamten Reihe: Aufgewachsen in der Musikkultur von New Orleans, wurde er zugleich klassisch ausgebildet und machte Bachelor und Master im Fach Klavier an der Juilliard School. Die Piano Series versteht er entsprechend als Begegnungsraum für wegweisende Komponisten unterschiedlicher Traditionen, verbunden durch Improvisation und spontane Komposition.

„Monk Meditations“ entdeckt die stille Seite von Thelonious Monk

Auf „Monk Meditations“ geschieht beinahe das Gegenteil. Batiste reduziert Monks Stücke und überführt sie in eine ruhige, New-Age-beeinflusste Klangwelt. Das Album ist als eine Art Nachspiel oder Ausklang konzipiert – und laut Begleittext als erstes echtes Meditationsalbum, das von Monks Musik inspiriert ist. Wo „Monk Movements“ also die kompositorische Architektur hervorhebt und Monk in Richtung zeitgenössischer Klassik öffnet, sucht „Monk Meditations“ nach dem kontemplativen Raum innerhalb seiner Musik.
Beide Perspektiven gehören für Batiste zusammen. Monks rhythmische Offenheit fasziniert ihn ebenso wie dessen Fähigkeit, komplexeste Gedanken so zu formulieren, dass sie unmittelbar wirken. Deshalb wäre ein einziges Album für seine Vorstellung von Monk tatsächlich zu wenig gewesen: Das eine hört Monk als modernen klassischen Komponisten, das andere als Ausgangspunkt für Versenkung und freie musikalische Bewegung.

Jon Batiste nahm beide Monk-Alben an nur einem Tag auf

Bemerkenswert ist, wie unmittelbar diese sorgfältig gedachten Konzepte entstanden sind. „Black Mozart“, „Monk Movements“ und „Monk Meditations“ wurden an nur einem Tag in einer einzigen, stark improvisatorisch geprägten Session aufgenommen. Bei Monk konnte Batiste dabei auf eine jahrzehntelange Vertrautheit mit dem Repertoire zurückgreifen. Entscheidend war für ihn, trotz aller Transformation den künstlerischen Wesenskern der Vorlagen zu bewahren und zugleich die Spontaneität des Augenblicks festzuhalten.
So erklären die beiden Monk-Alben letztlich auch, worum es Batiste mit seiner gesamten Piano Series geht: weniger um Jazz versus Klassik als um Verbindungen, die solche Kategorien überhaupt erst fragwürdig erscheinen lassen. Beethoven, Mozart und Monk bezeichnet er als drei grundlegende „Portale“ zu seiner Vorstellung vom Klavier. „Black Mozart“, „Monk Movements“ und „Monk Meditations“ erscheinen am 14. August 2026.
 
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