Kendrick Lamar | News | Besorgnis, Energie und Mister Butterfly: Kendrick Lamar spricht über sein kommendes Album

Kendrick Lamar 2015
21.03.2017

Besorgnis, Energie und Mister Butterfly: Kendrick Lamar spricht über sein kommendes Album

Amerikanischer Gangster-Rap hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Ob Drake, Kanye West, The Weeknd oder Kendrick Lamar: Die Texte der harten Jungs wurden sanfter und tiefgründiger; der Sound ruhiger und mit einem Hang zum Elektronischen versehen. Das alles rundet die immer wiederkehrenden gewaltigen Beats ab, die der Hip Hop einfach braucht. Diese Veränderung hat auch Kendrick Lamar als einer der erfolgreichsten US–Rapper geprägt: Im Interview mit dem T Magazin der New York Times sprach der 30-Jährige aus Compton über seine bisherigen Alben und ein Werk, an dem er momentan arbeitet. 
Ein Beitrag geteilt von T: The NYTimes Style Magazine (@tmagazine) am 3. Mär 2017 um 6:20 Uhr

Zwischen Pimp-Status und Gemeinsamkeit: Was Kendrick als Künstler inspiriert

Als er 2015 sein Werk “To Pimp A Butterfly” veröffentlichte, warf Kendrick Lamar einen kritischen Blick auf die Probleme seiner Heimatstadt Compton. Die kalifornische Kleinstadt, seine Community dort und das illegale Treiben, sind seine Wurzeln und zugleich Inspiration: “Ich spreche über eine Gegend in L.A., die in den Händen von Straßen-Gangs ist. Doch wenn ich auf Tour bin und auf der Bühne stehe, sehe ich das die Energie des Publikums die gleiche ist, wie in meiner Heimat Compton”. Diesen Support seiner weltweit verstreuten Fans spürt Kendrick seit der Veröffentlichung seines Erstlings auch auf seinen Konzerten. “Auch wenn die Menschen da draußen nicht die harten Straßen meiner Heimat kennen, haben wir am Ende Einiges, was wir teilen”, sagt er weiter. Es gäbe eben immer eine Linie der Kommunikation, bei der man sich einig werde. Stimmt, schließlich wurde “To Pimp a Butterfly” vierfach mit einem Grammy ausgezeichnet und brach die Spotify Streaming-Rekorde

“Es ist Dringend”: Kendricks Notwendigkeit eines neuen Albums

Heute weiß der Rapper, dass die Probleme in seiner verarmten Kindheit, im “bösen Viertel” der Stadt, in seinem Leben nicht mehr stattfinden. Da draußen sind die Schwierigkeiten aber nicht verschwunden: Kendrick äußert seine Besorgnis und weiß, dass die Politik und das existierende System seine großen Gefahren bereithält, die zu wenig thematisiert werden. Genau das will Kendrick künftig ändern und erklärt den Wert seines kommenden Albums mit den Worten: “It’s urgent”, was nicht weniger heißt als: “es ist dringend”. Kurz und knapp formuliert wird Kendricks Anspruch an Veränderung in seiner Musik platziert: Zu erwarten sei ein “farbenfroher Jenga-like” Sound, sagt er. Mehr verriet er noch nicht über seine Arbeit im Studio. 

Wachsamkeit und das, was gefühlt werden soll: Kendricks Wunsch und das eigene Kind

Es geht nicht mehr darum, die dicksten Ketten im Hip-Hop-Business zu präsentieren oder mit den Punchlines was Schlechtes über Kanye, The Weeknd und Co. zu verlieren. Es geht eigentlich genau um das Gegenteil: Die Welt da draußen zu sehen und Themen wie Rassismus und politische Gewalt einen Dolch auf die Brust zu setzen. Und weil Kendrick weiß, wie das harte Pflaster in Compton aussieht, will er, wenn er einmal ein Kind hat, dass dieses die Augen offen hält. Denn Wachsamkeit und Wandel, so der Tonus des Rappers, heiße auch “Neues zu lernen und Dinge zu akzeptieren, anstatt davor wegzurennen.” Genau so soll Kendricks künftiges Album von den Fans  gefühlt werden.

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