Nachdem die saarländische Band mit dem Fernseherkopf zuletzt mit Hochdruck ihre trilingualen Disco-Skills bewiesen hat (auf der dreisprachigen Single „discothèque with u“), geht’s dieses Mal vergleichsweise gemächlich zu – und auch der Beifahrersitz ist mit einem lässigen Handtuch reserviert: Tiavo x Bruckner lautet die sommerliche Glücksformel, die ab dem 29. August für Eternal Sunshine bei jeder Art von Gemüt sorgen wird – dank der neuen Single „immer sommer“!
Die Welt und ihre unergründlich vor sich hin glühenden Gestirne drehen sich dieses Mal zwar etwas langsamer, aber doch rhythmisch akzentuiert und unbedingt tanzbar, es zuckt, schillert, peitscht und strahlt, lässt einen nicht stillsitzen in der gefühlten Badehose: „Denn in mir drin ist – immer Sommer“, lautet der Schlüssel zum kollektiven Glücksversprechen, das Tiavo und die Bruckner-Brothers so lässig vertonen, dass man meinen könnte, es sei der Sommer of ’86 (oder so). Erst zucken nur die Achseln mit, dann auch ganz bald schon der Rest zwischen Rumpf und rauchender Fingerspitze…
Denn auch Kippenqualm und „der Sonnenschein vom endlosen Jetzt“ wabern durchs flirrende Eighties-Arrangement, über dem Tiavos salopp abgehackte Vocals („aber die denken, ich stotter“) und Wiederholungen („Ich bin der Verdoppler“) anfangs noch ein wenig on edge wirken („nein, ich reg mich nicht auf“), bis der Bruckner-Part, wie nicht anders zu erwarten bei einer ganzen Discographie voller vertonter Badeseeausflüge, wie eine römische Traumszenerie ein ganzes Leben binnen weniger Takte zusammenfasst. Dazu dürfen Keys und Synths ein paar geschmeidige Wellen bilden, über den man ganz wunderbar durch diesen ewigen Sommer surfen kann – von 1986 quasi direkt bis ins Jahr 2026, das aller Wahrscheinlichkeit nach sogar noch sonnengeküsster ausfallen dürfte!
Der sonnige Deutsch-Indiesound von Bruckner, dem brüderlichen Schulterschluss von Jakob und Matti Bruckner, speist sich aus Badeseen-Vibes und einem großen Pool an Instrumenten, an denen sie sich schon früh austoben konnten: Ganz früher mal Jakobs Soloprojekt, stieß der jüngere Matti schließlich auch dazu und komplettierte das Sunshine-Duo aus Regensburg, das mit den Alben „Hier“ (2020) und „Zerrissen“ (2023) zuletzt zwei Mal in Folge die Top−40 durchwärmen sollte. Sonst auch schon mal im Vorprogramm von Cro zu sehen, spielt die Band um die beiden Bros auch in diesem Sommer bei etlichen Festivals zwischen Oldenburg und Weingarten.Obwohl „die Band mit dem Fernseherkopf“ in den Socials zuletzt eher unter Hashtags wie #ndw und #neuedeutschewelle zu finden war, haben sich Tiavo aus Saarbrücken noch nie lange auf einer Genrebaustelle aufgehalten: Angefangen als Rap- bzw. Crossover-Projekt, brachte der 2016er EP-Titel „Fast unfassbar“ die Sache schon ziemlich gut auf den Punkt. Anfangs ein Duo, das sich mittlerweile als Kollektiv bezeichnet (noch besser: Familie), ging schon das erste Album „Oh Lucy“ (2018) in die Top−25. Wenig später bereits mit US-Rapper NF oder auch Mike Shinoda (Linkin Park!) auf Tour, schlugen Tiavo in diesem Jahrzehnt ein komplett neues Chapter auf, als sie zwischen Indie-Gitarren, Synthie-Sounds & Co. ihren Sound komplett neu definierten – was ihnen noch mehr Fans und noch mehr hochtrabende Vergleiche bescheren sollte (u.a. „das personifizierte Dorffest“, „das Ende der Tristesse“). Schon immer primär an Stimmungen und Vibes interessiert, knüpfte die Saarbrücker Gang um Leandros Miltiadis Nassioudis (Lucy) und Produzent Xaver Johannes Held (Janneslicht) mit dem aktuellen Album „absolute beginner“ somit eher ans Erbe von Falco und Rio Reiser an. Zur durchweg ausverkauften „absolute beginner“-Tour kündigten sie zuletzt noch eine „Letzte Runde“ an, die im Januar 2026 bestimmt auch indoor für maximales Sommerfeeling sorgen wird…